Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 3 (Juni 1865)
- Date
- 1865-06-01
- Page
- Seite 251 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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Monats-Revue. 251 Schatzkammer der hebräischen Literatur, Zeitschrift für Geschichte, Kritik, Sprachkunde und Belletristik, redigirt und herausgegeben von Joseph Kohn (8. Lemberg 1859), in jährlich vier Heften. Auch von diesem Unternehmen ist mir nur der erste Jahrgang von 1859 bekannt. Im Jahre 1860 sollte von I. Kohn in zwanglosen Heften eine wissenschaftliche hebräische Zeitschrift erscheinen unter dem Titel: „Sedeh Zofim"; doch ist nur ein einziges Heft mit Beiträgen von vr. Kroch - mal, Dubs, Modlinger u. a. mir bekannt geworden, das bei dem Verleger Michael Wolf in Lemberg, bei dem auch sonst viele gute hebräische Werke erschienen sind, herausgekommen ist. Von den Vierteljahrsschriften, die mit Ausnahme der Geiger'schen in der jüdischen periodischen Presse gar nicht zu gedeihen scheinen, gehe ich zu den Zwanglosen Sammelschriften über, welche, ohne an die Zeit gebunden zu sein, im allgemeinen viel Tüchtiges und Belehrendes bieten. Die vorzüglichsten sind: 1) „Ozar Nechmad." Briefe und Abhandlungen, jüdische Literatur betreffend, von den bedeutendsten jüdischen Gelehrten. Herausgegeben von Ignaz Blumenfeld. 8. (Erster Jahrgang, Wien, Knöpfelmkcher, 1856. Zweiter Jahrgang, daselbst 1857. Dritter Jahrgang, das. 1860. Vierter Jahrgang, das. 1863, I. Schloßberg.) Im ersten Jahrgange sind Briefe und Mittheilungen von Reggio, Luzzatto, Rapaport, I. Wahrmann, S. Bloch, A. Geiger, della Torre, Dukes, S. Gentilomo und Gedichte von Wessely, Jehuda ha- Lewi, M. Jbn Esra u. a. mitgetheilt. Im zweiten Jahrgang finden wir Abhandlungen und Kritiken von Geiger, Luzzatto, S. Stern, Carmoly, Kirchheim, Dukes, M. Mortara u. a.; im dritten Jahrgang von Geiger, Luzzatto, Reggio, I. Lewi, Kirchheim, Carmoly, Dukes, M. Mortara, und im vierten Jahrgange außer den schon erwähnten gelehrten Mitarbeitern noch einige weniger bekannte. Daß diese periodischen zwanglosen Hefte, wie früher der „Kerem Chemed", einen Reichthum von literargeschichtlichen Aufsätzen, eine Fülle von Miscellen und Notizen für eine noch zu schreibende jüdische Literaturgeschichte enthalten, daß dergleichen Bücher eine Fundgrube für das Verständnis des fast zweitausendjährigen jüdischen Schriftthums darbieten, versteht sich von selbst. Das Ziel dieses bibliographischen Artikels, alle dergleichen periodischen Schriften ohne nähere Besprechung aufzuzählen, verhindert mich, näher auf den Inhalt einzugehen und nachzuweisen, wie sie die eigentlichen Repertorien für die jüdische Literaturgeschichte bilden. 2) „Ha- Chaluz." Wissenschaftliche Abhandlungen über jüdische Geschichte, Literatur und Alterthumskunde.-8. (Erster Jahrg., Lemberg 1852; zweiter Jahrgang, daselbst 1853; dritter Jahrgang, daselbst 1858; vierter Jahrgang, Breslau 1859; fünfter Jahrgang, daselbst 1860; sechster Jahrgang, daselbst 1861.) Seit dem sechsten Fascikel ist mir von dieser ausgezeichneten Periodischen Schrift in hebräischer Sprache nichts bekannt geworden. Der sich nicht nennende Redacteur des „Chaluz" ist Os. H. Schorr, der durch seine scharfe, zersetzende, aber oft auch über die logischen Grenzen hin aus schreitende Kritik, durch sein furchtloses, kühnes Seciren der überlieferten Leichen der Tradition und durch seine gewandte und geistreiche Handhabung des neuhebräischen wissenschaftlichen Stils in der gelehrten Welt längst bekannt ist. Die meisten Aufsätze in den sechs Bänden des „Chaluz" sind von Schorr selbst, der uns tiefe Einblicke in die jüdische Alterthumskunde, in die jüdische Geschichte und Literatur verschafft; die andern Gelehrten, als Geiger, Dukes, A. Krochmal und L. Low, liefern nur weniger umfängliche Beiträge. Wie die „Kerem Chemed" und „Ozar Nechmad" kann der Literaturhistoriker auch den „Chaluz" nicht ungelesen lassen, wenn er nicht in seinen Forschungen einen Rückschritt machen will. 3) „Kochbe Jrzchak." Eine Sammlung hebräischer Aussätze exegetischen und poetischen Inhalts, zur Förderung des hebräischen Sprachstudiums, herausgegeben von M. E. Stern im Vereine mit mehrern Gelehrten. (28 Hefte, Wien 1845 — 62, 8.) Gerade vor zwanzig Jahren bat der fleißig schreibende, vieles übersetzende Stern diese Sammlung begonnen und bisjetzt, wie noch kein Redacteur, bereits achtundzwanzig Hefte — mehr ist mir nicht bekannt geworden — geliefert; aber erst die letzten Hefte, worinder Herausgeber sich entschlossen hat, auch seltene Dichtungen oder sonstige Stücke aus Handschriften, werthvolle und wissenschaftliche Notizen aufzunehmen, konnten von den Gelehrten besonders beachtet werden. Dem Titel getreu wurden bis auf die letzten Hefte blos moderne neühebräische Poetereien und unkritische Exegesen ausgenommen, und der Redacteur wie die Mitarbeiter folgten einer Anschauung, die selbst schon vor einem Menschenalter als eine überwundene angesehen werden mußte. Aber, wie gesagt, in den letzten drei Heften schon finden sich manche Beitrüge aus Handschriften, z. B. Hymnen des Mose Jbn Esra, ein Schriftchen von Isaak Jbn Latif, Gedichte von Jehuda ha-Lewi an Jehuda Jbn Ghajat, Lieder vom Divan des Mose Dari, der hebräische Brief Neuchlin's an Jakob Loanz, vier Kapitel aus „Ginse Ha-Melech" des Jbn Latif, Proben aus einem Abot-Commentar, welche Luzzatto eingesandt, u. s. w., sodaß der Forscher von Fach diese „Kochbe" nicht mehr ignoriren darf. Ob die Herausgabe seit 1862 ruht, weiß ich nicht, da aus buchhändlerischem Wege alle diese Schriften gar nicht beziehbar find. Zu den zwanglosen Heften gehören noch 4) „Sede Zofim." Vier Abhandlungen und Notizen zur jüdischen Wissenschaft. Von dem Verleger Michael Wolf in Lemberg gesammelt und herausgegeben (Lemberg 1860, 8.). 5) „Kikjon Jona", von Senior Sachs als Probe einer herauszugebenden Zeitschrift 17*