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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 249

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 3 (Juni 1865)
Date
1865-06-01
Page
Seite 249 (sequence 65)
Language
German
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Monats-Revue. 249 freiung aus dem geistigen Ghetto weckte sie zugleich das Gefühl für die religiöse Gemeinsamkeit, für alles jüdische Interesse. Diese.Mission erfüllten nicht alle jene englischen, französischen, holländischen und deutschen jüdischen Wochenschriften, welche später nach dem Muster jener entstanden sind, vielmehr schienen sie zum TheilArchive für particularistische Zwecke zu sein. Die hebräische Wochenschrift „Ha-Maggid" hat außer ihren wissenschaftlichen Beigaben keinen andern Zweck als das jüdische, in Polen und Rußland lebende Publikum, welches keine andere europäische Sprache zu lesen versteht, mit den Tagesereignissen und Handelsverhältnifsen bekannt zu machen, sodaß ihr in Bezug auf das Judenthum nur das Verdienst bleibt, das neuhebräische Idiom für dergleichen fremdartige Gegenstände auszubauen, worin aber Joseph Kohn's „Ha-Mebasser", dessen Hebraismus viel gewandter ist, den „Maggid" überragt. Die Szantos'sche Wochenschrift, „Die Neuzeit", zeichnet sich durch ihren Stand auf dem Culturboden deutscher Publicistik, durch eine von ästhetischem Geschmacke geläuterte und gehobene Sprache sehr vorteilhaft aus, aber da sie sich nur an die höhere, fortgeschrittene Schicht der jüdischen Genossenschaften wendet und nur von dieser gewürdigt werden kann, so entbehrt sie jener Popularität, welche die Judenzeitung genießt. In ähnlicher Weise war ich bei Aufzählung der Wochenschriften versucht, das Charakteristische jeder derselben nach meinem Ermessen anzugeben, wenn nicht schon der Umfang dieser Revue mir hier eine Schranke gezogen hätte. Ich gehe zur Aufzählung folgender Monatsschriften über: 1) „Der israelitische Volkslehrer." Ein Organ für Synagoge, Schule, Leben und Wissenschaft des Judenthums, herausgegeben von Leop. Stein und S. Süßkind. Das Monatsheft a 2^2 Bogen, 8.; Ladenpreis 1 Thlr. 12 Sgr. (Frankfurt a. M. bei F. B. Auffahrt). . Diese Monatsschrift hat mit dem Jahre 1851 begonnen, und der genannte Mitarbeiter Süßkind, Rabbiner zu Wiesbaden, ist erst mit 1857 eingetreten. 2) „Jeschurun." Ein Monatsblatt zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule, herausgegeben von R. Hirsch, Rabbiner zu Frankfurt a. M. Die 12 Monatshefte zu 3 Bogen nebst Beiblättern kosten jährlich 2 Thlr. 10 Sgr. und sind direct durch die Redaction zu beziehen (Frankfurt a. M., 1865, 8.). Diese Monatsschrift hat mit 1855 begonnen und vertritt die ältere orthodoxe Richtung des Judenthums. 3) „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums", herausgegeben von Z. Frankel, Director des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau. 14. Jahrgang (Breslau, Schletter, 1865, 8.). Das Monatsheft hat 2^2 bis 3 Bogen, und der Jahrgang von 12 Heften kostet 2 Thlr.) In den Jahren 1844 — 46 sind von demselben Redacteur bei Simion in Berlin drei Jahrgänge unter dem Titel: „Zeitschrift für die religiösen Interessen Hilberg's JllustrirLe Monatshefte, 1, 3. — Juni 1865. des Judenthums" erschienen, die in gleicher Weise angelegt waren; nach einer von 1847 an eingetretenen Unterbrechung tauchte diese Monatsschrift erst mit 1852 unter dem neuen Titel wieder auf. Es ist bekannt, daß die neuesten vierzehn und die frühern drei Jahrgänge sehr werthvolle und gediegene Aufsätze über Gegenstände der mittelalterlichen Cultur- und Literaturgeschichte enthalten, zu denen manche gelehrte Mitarbeiter beitrugen. Es ist nur zu bedauern, daß, während über Erscheinungen des Mittelalters, und seien sie noch so unbedeutend und der Vergessenheit Werth, scharfsinnige und historisch-kritische Forschungen angestellt werden, werthvollere und gründlichere neuere Erscheinungen, welche das Alte oft vielfach überragen, unbesprochen bleiben. Die Redaction sollte erwägen, daß man, ohne dem Alten zu nahe zu treten, billigerweise doch die Anerkennung und kritische Behandlung neuzeitlicher Arbeiten nicht unterlassen darf. 4) „Israelitische Schulbibliothek", ein Centralorgan für Synagoge, Schule und Haus. In Verbindung mit mehreren Gelehrten herausgegeben von K. Klein (8. Mainz bei Le Roux). In Monatsheften von 3—4 Bogen zum Preis von 2 Thalern. Diese Monatsschrift, mit der früher schon besonders erschienenen „Jugendbibliothek" verbunden, hat mit 1858 begonnen und gibt Studien, Berichte, Literatur, Miscellen und Anzeigen; sie ist ein Organ für israelitische Lehrervereine, zur Besprechung der israelitischen Jugendschriften, der Lehr- und Lesebücher und hat außerdem noch die Bestimmung, einen Pensionsfond für israelitische Lehrerwitwen zu begründen. 5) ,,^relnvs8 I8i-as1it68." Ilseusil msn8usl rslioleux, moral st littsrairs, pur uns soeists O'vommsx Os Isttosü, Sous la dii'sstion Os 8. Oaüsn (kari^ 1865, 8. Lursaux: Rus ds8 (^uatr6-ül8 16). Preis von 12 Heften für das Ausland 6 Thlr. 20 Sgr. Diese französische Monatsschrift, seit dem Tode S. Cahen's (8. Januar 1862) von seinem würdigen Sohne geleitet, erscheint als die älteste unter allen israelitischen Monatsschriften der Neuzeit, da der jetzige Jahrgang bereits der sechsundzwanzigste ist. Der Werth ist aber der ganzen Anlage nach weniger allgemein als der der deutschen jüngern Schwestern, denn sie dient nur für die neueste Geschichte der Juden in Frankreich als Archiv. Die literarischen oder archäologischen Abhandlungen sind selten, sodaß sie gar nicht in Betracht kommen. 6) „l/llnivsr8 I8ras1its." dournal cles prin6ix68 ssrwsrvatsurZ du dudai8ins. kur uns 8oeists d'üomins8 ds 1sttr68) 80U8 1a dirsetion ds 8. Lloev. 20nis annss (kari8 1865, 8. Lursaux: Nus Hosksoüouart 66). Preis der 12 Monatshefte, a 3—4 Bogen, für das Ausland 6 Thlr. Diese aus Concurrenz mit den Cahen'schen ,,^rs1iiv68" entstandene Monatsschrift trägt ganz denselben Charakter, nur daß der französische Stil noch präciser und edler gehalten und die Auffassung der jüdischen Verhältnisse in 17

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