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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-06-01 · Heft 3 (Juni 1865) · p. Seite 197

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 3 (Juni 1865)
Date
1865-06-01
Page
Seite 197 (sequence 13)
Language
German
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Verb auert. 197 ehelichten Pereira, in misnezeiämetster Weise. Der sonst eben nicht zu enthusiastische Narnhagen, der sie im Jahre 1813, also kennen lernte, da sie schon eine vierundfunfzigjährige Iran war, schildert sie mit folgenden Worten: „Eine hohe, schlanke Gestalt, von Anmuth und Schönheit strahlend, vornehmen Tons und Betragens, lebhaften, feurigen Ausdrucks, scharfen Verstand und Witz mit fröhlicher Ztanne vereinend, nicht ohne Belesenheit, und fremder Sprachen wie der eigenen mit Meisterschaft kundig, war sie in Wien eine höchst auffallende Erscheinung." Und dabei rühmt er ihre Gastlichkeit und ihre Grvßmuth, die viele nicht nur vom Verderben gerettet, sondern ihnen sogar zu glänzendem Wohlstand verbolfen habe. Fassen wir nun alle diese Eigenschaften zusammen und fügen wir bei, daß Fanny Arnstein eine seltene Bescheidenheit besaß, so müssen wir die Wahrheit des Alringer'schen Wortes anerkennen, „daß sie ohne jene Mängel gewesen sei, die sonst der Schönheit Abbruch thnn." Es ist sonderbar, daß die Memoiren der damaligen Heit sie alle mit einigen Worten gleichsam „abfertigen", daß keiner ihrer Briefe je gedruckt erschien, und daß die Nachrichten über sie so spärlich sind; und doch, wenn je eine Frau es verdiente, „im Blich gepriesen, im Lied gefeiert zu werden", war dies Fanny Arnstein! Am jüdischen Friedhof in Wien erhebt sich ihr granitnes, wappengeschmücktes Mausoleum. Es kündet uns, daß 'ihre reine Seele am 8. Juni 1818 zu dem znrückkehrte, der sie zur Erde geschickt, um zu helfeil lind zu beglücken. Es war ein heiterer Frühlingstag, als ich Fanny Arnstein's Grab besuchte und einen Stein als Zeichen frommen Gedenkens darauf legte. Da, mit einemmal überflog ein Sonnenstrahl leuchtend die goldenen Worte: „Ihr Name ist ihre schönste Grabschrist!" Alfred Teniers. NMlMt. ungari s ch e s Lebensbild von Adolf Dur. ur einer oder der andere der aufs Feld hinaus gehenden Bauern undsonsti- 'F gen Feld T arbeiter sprach bei der „Iü l din" des Torfesin den frühen Stunden des Maimorgens vor, um sich da eine Wegzehrung zu holen. Sie war so ziemlich ungestört und konnte sich mit geringen Unterbrechungen ihren Sorgen und Betrachtungen hingeben. Letztere galten einem vollständigen schwarzen Männer anzuge, den sie vor sich aus dem Pult ihres Kramladens ausgebreitet batte. Und dieser scbwarze Frack, dieses schwarze Sammtgilet, kurz alle zu einer eleganten Männertoilette erforderlichen Einzelheiten, gehörten keineswegs zu den Waaren, welche in dem, einem guten Theil der Theißgegend bekannten Kramladen der „Jüdin" zu haben waren. Es war dies eine von jenen, in Dorfgemeinden nicht seltenen Factoreien, die für den oberflächlichen Blick nur eine der gemischten Waarenhandlungen sind, in welchen allerlei Lebens mittel, Jndustrieartikel und Lurusgegen stände für die Koketterie und den Ehrgeiz der Bauermädchen und -Bursche verkauft und für welche zuweilen aus Erbarmen oder sonstigen Rücksichten anstatt baaren Geldes kleine Suantitä- > ten vor: Rohprodueten angenommen werden, ein bischen Wolle, ein Sack Getreide, das letzte Bermächtniß eines in seiner Unschuld hingemordeten Kalbes oder Lammes: ein Kalb- oder Lammfell, lauter geringfügige Gegenstände, welche einzeln genommen der Firma der betreffenden Factorei in

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