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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-05-01 · Heft 2 (Mai 1865) · p. Seite 178

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 2 (Mai 1865)
Date
1865-05-01
Page
Seite 178 (sequence 74)
Language
German
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178 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. Mitbegründer der Gebete, gestattete, in dieses Gebet jedes Anliegen in beliebigen Ausdrücken, sei das Anliegen ein privatives oder öffentliches, einzuschaltcn und vorzutragen. Nr. 16 schließt sich an "Nr. 15 an und fügt das Gebet hinzu, daß Gott die Aboda wieder im Tempel einsühre (was den Zusammenhang unterbricht) und die Opfer wohlgefällig aufnehme. Den Passus der Aboda ließen die ^cfardim beim Abendgebet weg, weil sie darunter den Priestersegcn verstanden, der Abends nicht crthcilt ward. Da aber an den Fasttagen und am Versöhnungstag auch beim Abendgebet die Priester das Volk segneten, so meinte N. Saadia Gaon, man könne diesen Passus nicht weglassen. Derjenige Theil dieser Bcncdietion, der die wohlgefällige Aufnahme der Opfer enthält, steht gegenwärtig, wo die Opfer eingestellt sind, müßig da und sieht wie eine Tesilat Schaw aus. Der Midrasch nimmt daher zu einer kabbalistischen Deutung seine Zuflucht und meint, es seien unter diesen Opfern die Seelen verstanden, welche der Engel Michael auf dem Altar des Himmels darbringtw Andere schloffen das^ dem früher» Satze an '-.D" „ihr Gebet nimm wohlgefällig auf", bildet einen abgesonderteil Passus. Es ist demnach klar, daß die ursprüngliche Fassung folgende war: "TiNx '77 Nr. 17. Ein Dank für die voir Gott empfangenen Wohlthatcn, bei welchem Gebet sich der Betende zu verneigen hat. Schon die Mischna verbietet die Wiederholung des Modim, damit der Betende nicht den Verdacht errege, als verehre er einen Dualismus; wahrscheinlich hatte man die persischen Ormuzd und Ahriman im Sinn. Das sogenannte rabbinische Modim, welches die Gemeinde betet, ist ein Conglomerat von Theilcn, deren sich Nab, Samuel und N. Simai bedienten. Vor der letzten Benediction wird beim öffentlichen Gebet vom Vorbetcr der Priestersegen vorgetragen, wie einst der Priester nach Vollendung der Opfer diesen Segen dem Volk ertheiltc. So 3 Mos. 9, sich wonach Aron, nachdem er sämmtliche Opfer auf den Holzstoß gelegt hattet vom Altar herab den Segen sprach; sodann stieg er herab, ging mit MoscS in das Innere des Heiligthums, und wieder hervorkommend, segneten beide das Volk nochmals. Ebenso erscheint 2 Sam. 6, 17, 18 die Segencrthcilung David's ganz am Schluffe des Opfers. Nr. 18. Ein Gebet um Frieden, Glück und Segen, um Licht vom Lichte Gottes. Der Schluß dieses Segenspruchs, der in manche Gemeinde den fluchwürdigen Samen der Zwietracht anSgestrcut, lautete ehemals Lirlori Tiww. (S. I. Karo 122.) Nach vollendeter Tefila war eS seit Rabbi Usus, noch ein kurzes Schlußgcbet zu verrichten, welches sich die Amoräer, jeder nach seiner Weise, formulirten. Rabbi betete jwie folgt: „Es sei dein Wille, Herr unser Gott und der Gott unserer Väter, daß du uns rettest von den Kühnen und von der Kühnheit (d. h. daß andere nicht uns, und wir nicht andern mit Kühnheit begegnen N175N1 -»?::), von bösen Menschen, von übelm Geschick, von bösem Trieb, von böser Gesellschaft, von bösem "Nachbar, von schädlicher Anklage, von hartem Streit und von hartem Streiter, er sei Jude oder "Nichtju.de." Der Umstand, daß der Patriarch Rabbi auf die Würde des Exilsfürsten, der ihm ebenbürtig, eifersüchtig war, dictirte ihm wahrscheinlich die Anrufung Gottes gegen den -2n. Auch führte R. Juda eine ungewöhnliche Strenge gegen seine Schüler ein und zeigte gegen dieselben eine so reizbare Empfindlichkeit, daß er ihnen nicht einmal im Scherz ein Nahetreten seiner Würde verzieh (s. Jerus. Kilaim 9, 4). Dieser Umstand legte ihm die Bitte in den Mund, daß niemand ihn, daß er niemand verletze. N. Jvchanan verrichtete folgendes Schlußgebet: „ES sei dein Wille, Herr unser Gott, daß du schauest auf unsere Schmach, daß du blickest aus unsere Gesinnung, dich kleidest in deine Barmherzigkeit, dich bedecktest mit deiner Macht, dich hüllest in deine Frömmigkeit, dich umgürteft mit deiner Barmherzigkeit, und daß vor dich komme das "Naß deiner Güte und deiner

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