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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-05-01 · Heft 2 (Mai 1865) · p. Seite 159

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 2 (Mai 1865)
Date
1865-05-01
Page
Seite 159 (sequence 55)
Language
German
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Monats-Revue. 159 Theile von ^lek bis Nein in vielen Foliobänden, und der Verein hat es nun unternommen, nicht nur die Partien von Nun bis lau nach der in Paris bewahrten Handschrift, sondern auch die frühern, selten gewordenen Theile nochmals herauszugeben. In handlichem Octavformat sind nun zwei Bände dieses Lamprontischen Werkes durch die „Erwecker" erschienen, der Buchstabe ^lek nach der alten gedruckten Ausgabe und der Buchstabe Nun nach der pariser Handschrift, und der Verein ist gesonnen, mit der Ausgabe in dieser Weise bis zur vollendeten Drucklegung des ganzen Werkes fortzufahren. 2) „Eth Loser von David Kimchi, aus der Randschrist einer mehr als 600 Jahre alten Bibelhandschrift der kaiserlichen Bibliothek (Sneient Nonck, Nr. 5) von B. Goldberg für den Verein abgeschrieben." Von dem populären David Kimchi, welcher für die letzten Jahrhunderte fast der ausschließliche Lehrer der hebräischen Sprache gewesen, waren bisjetzt blos sein Wurzel-Wörterbuch und seine Grammatik,,Michtal" bekannt, während der später geschriebene „Eth Loser" (Griffel des Schreibers) dessen Elia Levita gedenkt (in „Masoret Ha-Masoret)" bisjetzt nicht bekannt wurde und deshalb in die Entwickelung der grammatischen Erkenntniß des Hebräischen nicht eingreifen konnte. Dieses Schristcyen Kimchi's behandelt a) die Lehre für die Thora- Schreiber, daher über große, kleine und auszuzeichnende Buchstaben, über K'ri und K'ttib u. s. w. Leider hat sich gerade dieses Kapitel nicht vollständig erhalten; d) die Vocallehre in weitester Ausdehnung und in Bezug auf die Formenlehre der hebräischen Sprache; e) die Accentlehre. — 3) Eine „Gutachten- Sammlung der Geonim, zusammengestellt und erläutert aus einem alten handschriftlichen Codex von dem nun verstorbenen Jakob Mussafia, Rabbiner zu Lpalato in Dalmatien". Der alte Codex, den Asulai einer Aufschrift zufolge copiren ließ, und der nun für diese Sammlung die Grundlage bildet, enthält n) die Deeisionen des Jesaja di Trani über drei talmudische Tractate, b) Nachmani's Novella über zwei Tractate, und e) Gutachten der Geonim in zwei Theilen, von denen der erste 124, der. zweite unvollständige 110 Nummern enthält. Die zwei Theile geonäischer Gutachten in der genannten Handschrift hatten jedoch nicht ausschließlich und abgeschlossen nur dergleichen Bescheide enthalten, vielmehr unterliefen Collectaneen aus den Werken des ersten rabbinischen Zeitalters, von denen sich ebenfalls sonst nur weniges erhalten hat. So z. B. aus dem Talmud-Commentar des Chananel aus Kairawan (geb. 990 und gest. 1050), zum großen Theil über Tractat Berachot, und aus den Talmud-Erläuterungen von Nissim Jbn Schahin aus Kalad Chamad in Nordafrika (geb. 960) und dem Werke „Hilchata Gabrawata" (Zusammenstellung der talmudischen Halachas), etwa wie später Alfasi gethan, von Samuel Jbn Naghdila (Nagid) aus Cordova (gest. 1055), aus dem „Buche der Zerten" (Sefer Ha-Jttim) von Jehuda Albargeloni aus der Provence (BL. 5,1130) und aus andern kostbaren alten rabbinischen Werken. Hr. Mufsafia schrieb nun 120 wirkliche Gutachten der alten babylonischen Lehren aus, reinigte sie von den Fehlern der Abschreiber, und diese Lammlung ist es nun, welche „die Erwecker" soeben edirt haben. Es sind Gutachten von den Geonim Haja, Dosa ben Laadja, Palthui, Scherira, Nathronai, Sar-Schalom, Jehudai, Nachschon ben Berechja, Amram und einige von Nissim, Chananel, Jehuda Albargeloni u. a. 4) das erste Heft des Divans von Jehuda HaleNü, über das bereits im Aprilhcft ausführlich berichtet wurde. — Dies sind die diesjährigen Schriften der zwei Vereine, des Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur und des Vereins der „Erwecker". Die Erkenntniß, Belehrung und Unterhaltung, welche beide verbreiten, das geschichtliche Culturleben des jüdischen Volks und seine literarischen Erzeugnisse, welche sie fördern, erhalten mit Recht in uns den Wunsch lebendig, daß die Beteiligung bei den zwei Vereinen zunehmen und wachsen möge. Der geringe Abonnementspreis erleichtert die Betheiligung. Von diesen wichtigen periodischen Jahresschriften gehe ich zu den Wochen-, Monats¬ und Vierteljahrsschriften über, denen sich die Jahrbücher anschließen, sodaß alle zusammen die periodische jüdische Presse als HülfsmitLel zu der jüdischen Geschichte repräsentiren. An Wochenschriften sind zu erwähnen: 1) „Allgemeine Zeitung des Judenthums. Ein unparteiisches Srgan für alles jüdische Interesse." Herausgegeben von Or. Philippson. Wöchentlich circa 2 Bogen. 29. Jahrg. 4". (Leipzig, Baumgartner, 1865). Preis 3 Thlr. Diese Wochenzeitung ist die Matrone unter den jetzigen periodischen Blättern und hat zur Verbreitung der Bildung unter den Juden, für Erweckung des jüdischen Interesses am meisten beigetragen. 2) „Ha-Maggid" (der Erzähler). Eine hebräische Wochenschrift von 1 — lL/. Bogen in Folio, redigirt von E. L. Silbermann, Rabbiner in Lyk (Preußen). 8. Jahrg. (vhk 1865). Preis 4 Thlr. Das Blatt gibt neben Mirtheilungen über die Juden auch politische und mercantile Nachrichten sowie ein Feuilleton unter dem Namen „Ha- Zofeh" (Zuschauer); aber ungeachtet der „Maggid" keine wissenschaftliche Zeitschrift sein will, so hat er doch im Laufe der acht Jahre seines Bestehens ein nicht unbedeutendes Material für die jüdische Wissenschaft geliefert, namentlich sehr geschickt für die Ausbildung des Neuhebräischen gewirkt. 3) „Jüdisches Wochenblatt. Zur Belehrung und Unterhaltung auf jüdischem Gebiete." Herausgegeben von vr. L. Philippson. 12. Jahrg. 40. (Leipzig, Baumgärtner, 1865). 1 Thlr. 4) „Wiener Mittheilungen. Zeitschrift für israelitische Culturzustände." Herausgegeben von vr. M. Letteris. Wöchentlich eine Nummer. 4". (Wien, Prandel

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