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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-04-01 · Heft 1 (April 1865) · p. Seite 49

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 1 (April 1865)
Date
1865-04-01
Page
Seite 49 (sequence 57)
Language
German
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Die Juden in China. Hermann Vambery. 49 Diese bellte sind ausgezeichnet durch Ackerbau, Handel, Arbeitsamkeit, Tüchtigkeit i»i Kriege und genaue Beobachtung ihrer Religion. Ibr (besetz wurde überliefert von Adam an Noah, von Roab an Abraham und so weiter an Isaak, Jakob, seine zwölf Löhne, Moseo, Abron, Iosua bi-- an Csra, welcher der zweite Gesetzgeber io a r." Die dritte Inschrist bespricht so wie die vierte im Eingänge die Tugend Abraham's, welcher den scbafsenden und erhaltenden Eirund aller Dinge, der nicht Bild und Gestalt hat, anbetete, und erzählt dann, daß die Israeliten zur Zeit der Ebow-Dhnastie nach China gekommen sind, und daß sie dreizebn Abschriften des mosaischen Gesetze--- im Besitze haben. „Sie unterscheiden sich wenig von und", heißt es weiter, „in der Verehrung Gottes, in den Pflichten des geselligen Gebens und in der Achtung vor den Todtenz der Sabbat wurde schon im Alterthume von den Chinesen beobachtet, und die hebräischen Lettern sind den altchinesischen ahnlicb." *) Ans einer Vergleichung aller dieser Angaben geht hervor, daß die Israeliten im Jahre 24!» vor Christi Geburt in China eingewandert sind und zwischen 203 vor Christus bis WO nach Christi Geburt dort sich heimisch gemacht baben. Die chinesischen Juden selbst erzählten im Jahre 1723 dem Missionär Gaubil, daß sie schon 1330 Jab re im Lande leben. Außer einer, in einer Reisebescbreibung zweier Mohammedaner de-- neunten Jahrhunderts enthaltenen Notiz, nach welcher im Jahre 877 ein Rebell Bä-choo die Stadt Kanton eingenommen und 120000 Juden, Christen und Mohammedaner hingeschlachtet habe, möge schließlich noch die unlängst von mehreren Tagesbtüttern verbreitete Nachricht erwähnt werden, daß ein englischer Lieutenant jüdischer Consession in China eine fast auf eine Million sich H In der dritten und vierten Inschrift wird dann die Ueberschwemmung vom Jahre i 1642 geschildert und ein Namensverzeichniß der Wiederhersteller der Synagoge gegeben.! Hilberg's Jllustrirte Monatshefte. I, 1. — April 1365. j belaufende Anzahl seiner Glaubensgegrossen getroffen habe, i So erscheinen uns nach dem hier! gegebenen lleberblicke der in China gemachten Erfahrungen die dortigen Inden wie Kinder, die, frühzeitig der Erziehung der Aeltern und dem Kreise ihrer Iugeudgenossen entrissen, j sern dorr dein Stammlande selbst für Ihre Erhaltung sorgen, eine Heimat Hich gründen und kaum euren Traum voll Erinnerungen dem Stammlande widmen, ihre Aeltern nicht mehr erkennen. Jahrtausende lang ist keine i Spur ihres Daseins zu uns gekommen.! Was hätten unsere Väter dadurch gewonnen? Was hätten sie, die an den eigenen Wunden bluteten, für die Verbindung mit ihren verschollenen Brüdern leisten können? In unserer Zeit aber, wo mail alle Bahnen und Richtungen verfolgt, die der Menfchengeist in seiner Entwickelung gewonnen hat, wo die Wege und Nüttel des Verkehrs in eitlem früher kaum geahnten Maße zur Hand stehen, kann ein Object wie das vorliegende, um dessen Erkenntniß es der Wissenschaft und dem Iudenthume zugleich zu thun ist, nicht übersehen und hintenangestellt werden. Es kann daher hinsichtlich der jüdischen Alterthumskunde von unserer Seite nichts lebhafter gewünscht und dringlicher befürwortet werden, als daß matt gründlichere Nachforschungen über - die (beschichte und Literatur der chinesischen Inden anstelle und womöglich Nachrichten über sie sammele und wichtige Stellen ihrer Literatur durch Abschriften und Abdrücke vervielfältige. AmMM UMderZ. Hermann Vämberv ist in Dunaszerdaheky, einem Orte des Preßburger ComitatS in Ungarn, 1832 geboren. Sein Vater, ein armer israelitischer Handelsmann, Namens Bamberg, nach andern Bamberg , welchen Ramm der Sohn später in Vämbery vermagyarisirte, ließ dem begabten Knaben, soweit es seine Mittel erlaubten, die sorgfältigste Erziehung zutheil wer-

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