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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-04-01 · Heft 1 (April 1865) · p. Seite 39

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 1 (April 1865)
Date
1865-04-01
Page
Seite 39 (sequence 47)
Language
German
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39 Der .Haarschmuck der Hebräer UNS nur von dem zur Zeit der Blute des jüdischen Königreiches üblich gewesenen Haarschmucke machen. Bon früberen Perioden fehlen uns alle diesbezüglichen Mitteilungen. Unter der Regierung Salomo's und schon teilweise David's erlangte mit der Machtentfaltung des jüdischen Staates, der Ausbreitung der Beziehungen zu freuten Staaten und der Entwicklung des Handels der Zwxus in der jüdischen Gesellschaft seine höchste Höhe, auf der er sich auch später behauptete und selbst nat der babvlonischeu Gefangenschaft sich aufs neue zu beleben begann. Der verliebte Säuger des Hohen liedes, der beredte, die Sittenlosigkeit seiner Zeit verdammende Prophet Iesaias haben uns, sich gegenseitig ergänzend, eine nahezu erschöpfende Darstellung des damals üblicb gewesenen Haarschmuckes der jüdisten grauen geliefert. Abbildungen, Münzeil und sonstige Mitteilungen der Rachbarvölker illustriren und vervollständigen diese Schilderung. fassen wir das Bild ins Auge. Das Haar ist hier gescheitelt und zurückgekämmt. Einzelne Söckchen fallen, Stirne und Schläfe beschattend, nach vorn, in der Mitte über der Stirne eine größere, etwas zur Seite gestrichene Zwcke bildend. Das zurückgekämmte Haar war in mehrere Zöpfe geflochten, von welchen zwei das Hinterhaupt umfassend, die andern frei niederhängend oberbalb des Nackens befestigt wurden. Zwischen diesen beiden Abteilungeil der Zöpfe bauschte sich das Haar in reizender Natürlichkeit, seine üppige Fülle zur Schall stellend. Ein (gewöhnlich weißes) Band, welches, über die Stirne geschlungen, die nack rückwärts voll den nach vorwärts fallenden Haaren trennte, sich dann, parallel mit den ersterwähnten Zöpfen, zweimal um das Hiuterbaupt schlang und endlich oberbalb des Nackens eine die Zöpfe festaltende Schleife bildete, trug diesen ganzen Haarbau. Eine zweite, ältere, jedoch weit weniger hüsche Frisur war gleichzeitig mit dieser üblich. Die Vorderhaare, wesentlich jenen innen. Tie Juden in China. der vorigen Frisur gleich gekämmt, ließen von den Schläfen zwei schmale Büschel bis auf die Schultern niederfallen, die aber durchaus nicht etwa mit den modernen bocken zu verwechseln sind. Das Seitenhaar bildete auf jeder Seite einen Wulst, die beide sit dann, spitz verlaufend, in einen Knoten auf dem Scheitel verschlangen. Das Hinterhaar fiel in drei dicken Flechten frei nieder. Vor der Frisur wurde das Haar zwei Processen unterzogen: der Durchräucberung und der Salbung. Ueber eilte mit Näucherwerk bestreute Glutpfanne wurde das aufgelöste Haar von einer Dienerin horizontal gehalten, um voll dem aus der Pfanne strömenden Woblgerucb durchzogen zu werden. Hierauf erfolgte das Pommadiren und Selen mit verschiedenen Parfümerien. Ambra, welcher vom svrifcken Meere, und Bisam, der aus Indien bezogen wurde, dürften deren Hauptbestandteile gewesen sein. Was die zur Frisur benützten Requisiten betrifft, können wir hierüber nur bloße Vermutungen aussprechen, da uns zur tatsächlichen Beurteilung gar kein Anhaltspunkt vorliegt. Der Standpunkt der damaligen Industrie auf andern Gebieten berechtigt zur Annahme, daß auch hier zu der damals üblichen prunkenden Ueberladung auch des kleinsten Geräthes mit Gold und Edelsteinen zweckmäßige Einrichtung sich gesellte. Die Jaden in Ehin-r. Bon tlehemias LrM. Es ist ein unverwüstlicher Charakterzug des jüdischen Stammes, daß er, obwol in die entlegensten p-änder geworfelt, immerdar und überall die in ihm ruhenden Anlagen und Geislesgaben fowol, als auch die aus denselben hervorgehendeu Eigentümlichkeiten mit eiserner Zähigkeit festhält und gegen völlige Vertilgung bewahrt. Dabei hat er sich aber nie fremden

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