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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-04-01 · Heft 1 (April 1865) · p. Seite 19

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 1 (April 1865)
Date
1865-04-01
Page
Seite 19 (sequence 27)
Language
German
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unter einem berühmten Landsmanne, dem 1765 zu Hanau geborenen Konrad Westermahr, welcher, nachdem er 1806 bei der Plünderung Weimars Siel von seinem Vermögen verloren batte, von dort 1807 nach Hanau berufen worden war und, daselbst als Professor, Hofrath und Mitdircctor der Akademie angestellt, durch seinen trefflichen Zeichenunterricht berühmter geworden ist als durch das, was sein Pinsel und sein Stichel geschaffen haben. Ten wohlthätigsten Einfluß ans des jungen Mannes erste künstlerische und gesellschaftliche Ausbildung übte das edle gräfliche Ehepaar Benzel - Sternau, dessen Gemäldesammlung der strebsame Knabe zum Copireu benutzen durfte, während der hochgebildete Kreis, in den er sich eingeführt fand, in ihm eine höhere Lebensanschauung weckte. Bekannt ist der interessante Zug, daß er damals, streng an den Speisegesetzen festhalteud und von der zartfühlenden Gräfin mit Milchspeisen versehen, es dennoch standhaft ausschlug, als ihm einst die liebenswürdige Frau Fleischspeisen anbot, von denen sie versicherte, daß ein Jude sie zubereitet habe. Der Knabe war nicht wenig gerührt und verlegen, aber dennoch überwog die Strenge der Grundsätze, und er lehnte ab: gewiß ein rührender Beweis frommer Pietät, und seitens seiner hohen Gönner ein Zeichen der edelsten Humanität. In seinem achtzehnten Jahre bezog er die Kunstschule in München, wo er drei Jahre fleißig stndirte und nnter anderm ein Porträt des Fürsten Wallerstein und eine biblische Historie: Moses mit den Gesetztafeln, schuf. Von München ging er nach Paris, wo er dreiviertel Jahr laug im Atelier Reguault's arbeitete. Hieran schloß sich (1821) seine Reise nach Rom, dein Mekka aller Künstler, wo Karsten, Cornelius, Overbeck, Beit eine Welt von Talenten um sich versammelten. Oppenheim hatte in München nnd Paris sich meist in jüdischen Kreizen bewegt. In Rom angekommen, eilte er, in Anhänglichkeit an seine Glaubensgenossen, erst dem entfernten Ghetto zu, bevor er den Batican aufsuchte. und selbst später, als er nur in den Kreisen deutscher Künstler von zum Theil fromm christlicher Richtung lebte, verließ ihn die Hingebung an den jüdiseben Glauben nicht. Sie hat ihn durch alle Fortschritte, Erfahrungen lind Contraste treu begleitet. Oppenheim konnte freilich nicht an den damals herrschenden religiösen Ausschreitungen der unter dem Rainen „Nazarener" bekannten Kunstjünger Ge schmack finden, welche in einer Ver ehrung der Vor-Rafael'schen Periode mit häufiger Verachtung der FormschönheitAusdruck fanden. War ihm auch das Vorwalten des Gemüthes und Stoffes vor der Form sympathisch, so wußte er doch die rechte Mitte zu bewahren und Correctheit der Zeichnung, Schönheit in Form und Farbe mit Anregung des Gemüths zu verbinden. Hier in Rom war es, wo er als Jude erfahren sollte, was Vorurtheil heißt. Bei einer Preisausgabe der Akademie Sta.-Lucia hatte ihm Thorwaldsen für seine Rückkehr des verlorenen Sohnes den Preis zuerkannt; die römischen Professoren gönnten einem Ausländer und Juden eine solche verdiente Aus- Zeichnung nicht. Durch Energie setzte es nun Thorwaldsen durch, daß dem zufolge gar kein Preis ertheilt wurde. Der schönste Preis aber, den Oppenheim aus dieser bittern Erfahrung davontrug, war Thorwaldsen's väterliche Freundschaft, die ihm stets verblieb, und die sich dadurch bekundete, daß der Altmeister dein jungen Künstler ein jetzt im Thorwaldsen-Museum zu Kopenhagen befindliches Gemälde: Die Rückkehr des Tobias, abkaufte lliid es iir seinem Wohnzimmer auf hing. Thorwaldsen's Empfehlung verschaffte ihm Gelegenheit, das Porträt des berühmten Architekten Hittorf zu malen, und gewann ihm die Gunst der Kursürstin von Hessen, Schwester Friedrich Wilhelm's II. von Preußen, in deren Auftrag er die Verstoßung der Hagar malte. Ferner fällt in jenes römische Studienleben die für den Baron Karl von Rothschild in Neapel gemalte S us a n n a im Bade. Auch andere von ihm behandelte biblische Stoffe mögen we-

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