Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 5 (1938)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2416673-2416692-2416694--1029-2417751- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
umb Gottes willen dermassen gegen uns gnediglichen erzeigen und zu Hülffe kommen, darumb ungezweiffelter Hoffnung E-F. G. wir ahmten Juden umb Gottes willen und in Demutt anrußten und in Demutt underthenig bietten, E. F. G. wollen uns umb unseres Elends willen inn gnedigen Schucz, Schirm und Vorthedigung nehmen, und derselbigen E. F. G. Edikt oder Mandatt wie gebürlichen inn der ganzen Schlesiens und Niederlausitz ausgehen wollen zu lassen, und damit unseumlichen befordern, dass nicht mehr ahrme Witwen und Waisen alss zuvor bereit [s] mehr dann zuvil geschehen, gemacht würden, und solche mutwillige Fehder jedermann ruchtbar und namkundig würden, dieselben zu Kreis bringen und gebürliches Rechten zu ihnen gevynnen(?) Dass wir wider sicher und friedlich passiren und wandlen können, E. F. G. als der gottfürchtige fromme und gerechte Fürst und Herre werden hierinnen die Verfuegunge unseumlich thun, und umb Gottes willen unser gross Obliegen inn Gnaden erwegen, dieselbigen zu Gemütte ziehen und beherczigen, darvon werden E. F. G. als der gerechte frommer Fürst und Herre, Beschüeczer und Beförderung der Gerechtigkeit die gewisse Zusagunge und Vorhaissunge von Gott dem AUmechtigen hier zeitlichen mit langwerender glueckhafftiger Regierung, und nach diesem Leben die ewige Freude bekommen, und wir wollen es kegen Gott den AUmechtigen zu erbitten nymmermehr vergessen. Datum am Sonntage Esto Mihi anno 1560. E. F. G. gehorsame und underthenige die gemeine Judenschafft (des) Landcz Polen und Behmen". Ob das gewünschte Edikt erschienen ist, Hess sich bisher nicht feststellen. Eine Folge dieser oder einer ähnlichen Eingabe ist wohl jedenfalls jenes Schreiben vom 20. Mai 1560 aus der kaiserlichen Wiener Kanzlei an die Gesandten des Königs von Polen, in der Beschwerde über die Beraubung und Ermordung der böhmischen Juden in Schlesien geführt wird, wobei als Schuldige die in Lissa (Lesno) i. P. sich aufhaltenden Strassenräuber und Diebe bezeichnet werden, um Festnahme und deren Bestrafung ersucht wird.13) 13) Bondy — Dworsky Nr. 616. «3