Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 5 (1938)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ich kann jetzt auch von den Atisläufern der Popperschen Familie sprechen, die nicht nur ihr Vaterland, sondern auch ihr Judentum verlassen haben, um dann in Glück oder Unglück an grossen Weltereignissen Teil zu haben. Den Hauptwert lege ich auf die Veröffentlichung von Aktenstücken, und diese sollen später aus dem oben berührten Grunde, dass nämlich ihrer Erhaltung Gefahr droht, vollständig abgedruckt werden, auch wenn zugegeben werden muss, dass sich manches in ihnen wiederholt und ein besonderes Interesse gar nicht verdient. Immerhin können Akten, die den Landesprimator der böhmischen Judenschaft Joachim Popper berühren, auf allgemeines Interesse Auspruch erheben, so wenn er zur Gestaltung des jüdischen Steuerwesens der Regierung einen Vorschlag unterbreitet, oder wenn er anlässlich der Krönung Leopolds II. in Prag um eine mildere Behandlung der jüdischen Heiratswerber einschreitet usw. So auch, wenn sein Universalerbe Andreas Popper, der uns sonst herzlich wenig angeht, beim Erlassen des neuen „Judensystems" Prager Bürger werden will und sein Gesuch mit der Unterschrift von 60 Prager Bürgern stützt, uns somit ein Dokument ganz seltener Art darbietet. Zwei Neffen (?) Joachim Poppers, die in Paris auf der Guillotine enden, können als Typen einer neueren jüdischen Generation gelten, die, in Ermangelung des religiösen Gewissens, jeden Halt verlieren und sich auf Abenteuer verlegen. Einiges bleibt freilich innerhalb der „Familiengeschichte", wie ich zu „Popper" bemerkt habe. Aber ein Ehekonsens z. B. aus dem Jahre 1737 ist an und für sich ein interessantes Dokument, und noch dazu betrifft es die Tochter des älteren Primators, des Wolf Popper, die Cheile, die die Stammutter von hunderten jetzt noch blühenden Familien geworden ist und in der auch der Schreiber dieser Forschung seine Ahnin erblickt. Ebenso lehrreich sind die paar Grabsteine, die sich auf dieselbe Familie beziehen und jetzt das erste Mal verwendet werden. Die recht zahlreichen neu gesammelten literarischen Notizen, die sich teils auf dieselben Personen, teils auf Personen ihres Umkreises beziehen, können als Ballast erscheinen, sind aber meines Erachtens nicht unwichtig, weil sie dazu beitragen, die ganze Zeit zu beleuchten. Ich kann diese zerstreuten Notizen nicht anders ver- 41