Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 5 (1938)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Erst das spätere Familien-Verzeichnis, das im Geburtenregister (siehe oben) angelegt wurde, enthält die Familiennamen. Der frühere Namen ist nicht angegeben, kann aber vielfach durch sorgsamen Vergleich mit der ersten Liste festgestellt werden. Die Veränderungen in der 2. Liste werden nicht mehr im Anschluss an die Aufstellung, sondern durch Streichung und Eintragung in der hiefür bestimmten Rubrik unter der ein für allemal gültigen Familien-Nummer durchgeführt. c) Vor der ersten Liste ist die 1805 zusammengestellte dritte Liste „Weisskirchner Judengemeinde Fam'lien-ZsW dem untern 6ten July 1805 würklich existierende 120 Familien" eingereiht. Sie ähnelt in der Anlage der zweiten. Die ursprünglichen Eintragungen sind in einer besonderen Schönschrift gehalten. Die Evidenz reicht bis zum Jahre 1836. III. Ein Band ,,S t e r b e r e g i s t e r" wurde vom Mai 1784 bis zum Jänner 1847 geführt. Er ist samt den Originaldeckeln sehr gut erhalten. Hingegen Hess ich die beiden anderen Bände bei der Übernahme der Matrik im Jahre 1894 neu binden. Die Geburtsmatrik ist am meisten hergenommen. Meine sei. Frau machte von ihr eine Abschrift, die dem Gebrauche diente und noch dient. Bei dieser Gelegenheit sei noch bemerkt: Über das Alter der hiesigen Gemeinde bestehen divergierende Anschauungen. In dem Werke „Die Juden und Judengemeinden Mährens", herausgegeben von Hugo Gold, vertrete ich die Ansicht, dass sich Juden in Mähr.-Weisskirchen schon zur Zeit der Pernsteine (1475— 1553) ansässig machten. Andere neigen zur Annahme, dass erst nach dem 30jährigen Krieg Juden nach Mähr.-Weisskirchen kamen. In der „Zahorskä Kronika" vom Juni 1932 schreibt jedoch der Geschichtsforscher Bohumir Indra, dass hier schon lange vor der Schlacht am Weissen Berge (1620) Juden wohnten, Häuser besassen und sich des Schutzes des Adels erfreuten. Sonach erscheint meine Annahme über das Alter der Gemeinde durchaus gerechtfertigt. Sodann enthält der Artikel Indras, auf den hier mit Nachdruck verwiesen werden soll, bemerkenswerte Einzelheiten über die ersten Eintragungen von Grundstücken und Häusern* - die in jüdischem Besitze waren, in die städtischen Bücher. 3»