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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1938-01-01 · Heft 1 · p. Seite 28

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
5 (1938)
Issue
Heft 1
Date
1938-01-01
Page
Seite 28 (sequence 29)
Language
German
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Das Gödinger Maskir-Buch. Von Dr. Gustav Treixler, Graslitz. Folgende Zeilen beanspruchen nicht, ein wissenschaftlicher Aufsatz zu sein, sie wollen nur auf eine Quelle der familiengeschichtlichen Forschung hinweisen, die meines Wissens bisher nicht ausgenützt wurde. Es ist nämlich bekanntlich üblich, dass Juden ausser ihrem so zu sagen offiziellen moderneren Namen häufig auch noch einen biblischen Namen bekamen, von dem die Welt oft gar nichts weiss, der aber bei gottesdienstlichen Handlungen ausschliesslich gebraucht wird. Da nun aber diese eigentlich jüdischen, von der Mode nicht wie die andern beeinflussten Benennungen gewöhnlich die verstorbener Verwandter sind, kann man aus ihnen dort, wo dies sonst nicht mehr möglich ist, die verwandtschaftlichen Beziehungen herstellen. Bekanntlich führten die Juden vor Kaiser Josefs II. Zeit bei uns überhaupt keine Famüiennamen. Wenn nun z. B., wie es in Göding leider der Fall ist, kurz vorher eine Vertreibung der jüdischen Bevölkerung stattfand, dann aber von jenem Herrscher wieder eine neue israelitische Gemeinde gegründet wurde, deren Bewohner aus den vertriebenen Familien genommen wurden, diese vorher noch keine, jetzt aber schon neugewählte Namen führen und wenn das betreffende amtliche Schriftstück, worin ihnen diese neuen Namen zugesprochen wurden, nicht wie in anderen mährischen Städten erhalten ist, weiss man nicht, welchem der alten seit Jahrhunderten hierorts ansässigen Geschlechter die heutigen angehören. Aber vielleicht Hesse sich mancher Zweifel aus dem Maskirbuche lösen. Es ist dies das „Gedächtnisbuch" (Haskara), in dem die frommen Spenden für den Tempel oder die Ortsarmen usw. aufgezeichnet werden und das wohl in jedem jüdischen Gotteshaus aufbewahrt wird und mitunter schon auf eine stattliche Zahl von Jahren zurückblicken kann. Der verewigte ehemalige Religionslehrer und Matrikenführer Moritz U 11 m a n n von Göding Hess mich vor einer Reihe von Jahren EinbHck in dieses Buch tun und teilte mir mit, was ihm selbst noch über die ersten Eintragungen

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