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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
4 (1934)
Issue
Heft 1
Date
1934-01-01
Page
Seite 11 (sequence 12)
Language
German
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pation zu werden, plötzlich ein „Kampf ums Recht auferlegt wurde, der schwerer war als die auferlegten und bestandenen scharfen Prüfungen und Rigorosen. Ein ansehnlicher Teil der Prager Doktoren und Advokaten hatte an den Kaiser eine Bittschrift gesandt, in der sie darauf hinwiesen, dass nicht nur Rafael Joel, sondern auch ein anderer Jude namens Wolf Eidlitz, der nicht einmal auf einer erbländischen Universität die Vorlesungen gehört hatte, das Prager Doktorat erreichen wollte. Eine solche Promotion eines Juden sei wider das Institut der Universität und es sei kein Beispiel vorhanden, dass eine Promotion solcher Art an keiner anderen Universität je geschehen sei. Weiters seien die Juden von der persönlichen Erscheinung bei der königlichen Landtafel und von aller Einsicht in die Rechnungsbücher der Stände ausgeschlossen. Ein Reskript aus dem Jahre 1731 verbiete ihnen bei christlichen Instanzen gegen einen Christen als Rechtsfreund zu dienen und sie seien auf Grund der allgemeinen Gerichtsordnung trotz der eingeführten Toleranz als bedenkliche Zeugen gegen einen Christen anzusehen. Diese Bittschrift hatte vorderhand den einen Erfolg, dass die Promotion des Rafael Joel verschoben wurde; die Professoren befürchteten wahrscheinlich Unruhen von Seiten der Prager Studenten, die bei der Promotion des Arztes Jeitteles zum Doktor der Medizin nur durch angedrohtes Militäraufgebot beruhigt werden konnten. (Damals hatten nämlich der Rektor und die Professoren gezögert die Promotion eines Juden vorzunehmen, weil — wie sie den Kaiser seinerzeit berichteten — die Prager Studentenschaft seit den Zeiten des Dreissigjährigen Krieges her unruhig und turbulent, die Promotion stören könnten. Josef II. aber, dieser Spötter auf dem Throne, antwortete ihnen: „Seiner Meinung nach seien die Zeiten des Dreissigjähriger Krieges schon lange vorbei. Die Studentenschaft hätte schon längst Zeit gehabt sich zu beruhigen, sollte dies aber dennoch nicht der Fall sein, so dürften zwei Kompagnien Militär in strenger Bereitschaft auf den Gängen der Universi- 11

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