Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 2 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 126 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2416673-2416686-2416688--0807-2417529- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
tenden Familien auf ein andermal aufsparen. Wir haben wieder gezeigt, welche vielseitigen Kenntnisse uns ein genaueres Studium des alten Gödinger Grundbuches vermittelt, wir sehen eine große Gemeinde auf engem Raum zusammengepreßt und können das Emporstreben, aber auch gelegentlich den durch die traurigen Zeitverhältnisse hervorgerufenen Niedergang einiger jüdischer Familien durch 300 Jahre verfolgen, wir sehen aus dem kaleidoskopartigen Wechsel im Hausbesitz das Ringen nach Luft und Licht, wir konnten aber auch wieder das treue Zusammenhalten der Familienglieder beobachten und es wurde uns mancher Einblick in die Kulturzustände des Ghettos ermöglicht und vielleicht findet ein anderer auch Anknüpfungspunkte für weitere ähnliche Untersuchungen in anderen mährischen Städten. Der Freundlichkeit des Herrn Robert König in Brünn verdanke ich ein Verzeichnis der Gödinger Juden, das unter Nr. 209 a im mährischen Landesarchiv erliegt und bereits einer sehr frühen Zeit, etwa der Mitte des 17. Jahrhunderts, entstammt und das hier als Ergänzung zu meiner Geschichte der Gödinger Judengemeinde im XXI. Jahrgang der „Zeitschrift des deutschen Vereins für die Geschichte Mährens und Schlesiens" und in Golds „Juden und Judengemeinden Mährens" folgen möge. Damals zählte die Gödinger Judenstadt bereits 28 Häuser, von denen aber nur 17 bewohnt waren. Deren Besitzer war Eliatz Jarma, Abrahamb Slakowsky, der kleine Lebl, Jochim Itzkers Sohn, Iitzik Damborsky, Salomon Markus, Lebl Hluchy, Abrahamb, des Moyses Sohn, die Witwe Jacobkin, Eylenspügel, Hantzl Hiersehl, Moezitz Polakh, Schweher Jelinekh, Salomon, des Hluchy Sohn, der kleine Mauschl,. Mauschl Polakh und Stiastny. Durch dieses Verzeichnis engt sich die Liste derjenigen Familien, unter denen sich die Ahnen der Körner, Redlich u. a. finden müssen, beträchtlich ein. Öde Judenhäuser waren zu jener Zeit die des Sowa (eines Christen, s. o.), Hiersehl, Izekh Polakh, Lytnma, Jakob Slawkowsky, Jakob Tschaschtinsky, Michael Schmeidler, Davidl und Jakob Prodtky, ferner das Spital- und Rabbinerhaus. 126