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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-02-01 · 2 (Februar 1933) · p. Seite 98

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
2 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
Seite 98 (sequence 34)
Language
German
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Als sie nun fortgingen, vergaß er den genannten Sack an jenem Orte bei der Quelle und entfernte sich so mit seinen Genossen. Nachdem sie sich schon lange von dem Orte entfernt hatten, kamen Christen zur genannten Quelle und ruhten ebenfalls hier aus. Da fanden sie den Sack und öffneten ihn und fanden in ihm eine Pixis mit einer mit Nadeln durchstochenen Altarhostie (konsekrierte Hostie?), aus der Blut geflossen war. Wiederholt schlössen sie die Pixis zu, gaben sie in den Sack zurück und verschlossen denselben ähnlich (wie die Pixis), indem sie sich verwundert fragten, wem mag wohl dieser Sack gehören, der solches an der Hostie zu tun wagte. Inzwischen kam der Jude, der den Sack zurückgelassen hatte, zurückgelaufen und fragte, ob etwa die Christen den von ihm hinterlassenen Sack gesehen und gefunden hätten? Hierauf fragten sie den Juden folgendermaßen: „Wem gehört der Sack? Wir haben ihn." Als er nun antwortete: „mein gehört er", ergriffen sie den Übeltäter, der Christus lästerte, der sich erkühnt hatte solche Ruchlosigkeiten an der Hostie des Leibes des Herrn zu begehen und führten ihn gefangen in die genannte Stadt und übergaben ihn den Bürgern. Sie zeigten den Sack, in welchem die Pixis mit der Hostie sich befunden und klagten ihn der vollbrachten Übeltat an. So geschah es, daß die erzürnten Bürger für die Schmähung ihres Schöpfers in einem Volksaufruhr den genannten Juden und viele andere getötet oder verbrannt haben.] Schon Ilwof in seinem Aufsatze: „Zur Geschichte der Judenverfolgung in Steiermark im Jahre 1310"7 hat in richtiger Weise dargelegt, daß die Geschichte, die Bruder Ambrosius gläubig, wie sie ihm berichtet wurde, nacherzählt, eine von jenen unzähligen Anschuldigungen ist, wie sie in Deutschland besonders seit den Kreuzzügen von Mund zu Mund gingen, um die Habgier des Stadtpöbels nach Geld und Leben der Juden zu reizen, oder die an ihnen vollbrachten Gewalttaten zu entschuldigen. Sie sollten die Brunnen vergiften, die Pest herbeiführen, Christenkinder ermorden, ihr Blut am Passahfest gebrauchen, ihr Herz genießen, geweihte Hostien mit Ruten peitschen, mit Nadeln durchstechen usw.; diesen Anklagen folgten Verfolgungen, Plünderung der Häuser und massenhaftes Hinschlachten".8 Trotzdem forschte Ilwof nach, ob sich nicht 98

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