Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 4 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 299 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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historisches Dokument, welches,im Archive der Stupayaer isr. Gemeinde aufbewahrt ist und im Originaltext im „Korosz Botemi" Seite 40 wortgetreu zitiert wird, die Vermutung?uf folgenden bedauerlichen Umstand aufkommen. Der siebenjährige Krieg u. dessen Folgen legten jedweden Handel und Geschäftswandel, auf welchen die damalige Juden ausschließlich angewiesen waren, völlig lahm. Fast ruhte jedes Leben und Treiben im geschäftlichen Verkehr. Diesen traurigen, wirtschaftlichen Verhältnissen durfte diese geringe Beteiligung an den Steuerlasten zuzuschreiben sein, da die Steuervorschreibung — trotzdem dieses Steuerzahlerbuck noch viele unbeschriebene Blätter faßt und aufweist — vom Jahre 1768 an in diesem Register gänzlich wegzubleiben scheint. — Wie aus den bisherigen, oberwähnten Schilderungen ersichtlich ist, verwalteten Reb Jzig G e i r i n g e r und sein Geschäftskompagnon Reb Mosche H e r z f e 1 d abwechselnd die Finanzen der jüdischen Gemeinde als Vorsteher. Es war schon früher (Seite 203) davon die Rede, daß, der Rabbiner Jurist Isak Frey ia Stampfen, mit dem Judenrichter Isak Geiringer, Moses Herzfelder und Lebl Sackel in Gemeinschaft Handel führen und ein Vermögen von 20.000 fl. besitzen." Dasselbe Schriftstück erzählt uns auch, daß Joseph Geiringer mit Kaufmann Geiringer Handelschaft führten und ein Vermögen von 8000 fl. besitzen. Offenbar wurden diese beiden Handelsgesellschaften durch den erwähnten traurigen wirtschaftlichen Niedergang stark in Mitleidenschaft gezogen. Ein Dokument (Acta Judaeorum 138) vom Jahre 1770 des Budapester Landesarchives, enthält nämlich ein lateinisches Gesuch vom 17. April 1770an den Kaiser, wo die Stampfener Judengemeinde im gänzlichen oder wenigstens teilweisen Nachlaß der königl. Toleranzgebühren bittet. In diesem lateinischen Gesuche begründet die Gemeinde ihr Ansuchen mit der Mitteilung, daß die Gemeinde an den Rand des Ruins geraten ist. Der Zusammenbruch der Compagnie Geiringer und Herzfelder, die an der Spitze der Gemeinde standen, hat fast alle Mitglieder in ihrer Existenz vernichtet. Diese Begründung lautet im Gesuch lateinisch wortgetreu: „Quia nihilominus intra tempus illud pletaxque et pottissimus facultates habentia com membra nostra, utpote compania Geyringeriana et Herzfelderia n a ad notitiam totius Inclytae hujus universitatis annihilata 299