Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-06-01 · 4 (Juni 1932) · p. Seite 277

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
4 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 277 (sequence 43)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2416673-2416680-2416685--0618-2417339
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

diesbezüglich mit dem Waisenschreiber ins Einvernehmen setzen, wie viel davon alljährlich auf jeden komme. Zuvor aber mußten sie „die neue Verschreibung auf eigene Unkosten ausstehen" unddurf ten bis zur völligen Berichtigung des Rückstandes „nicht einen Kreuzer" auf ihre Häuser ausborgen. Joachim Israel hatte auch auf Nr. 21 127 fl. 15 kr. stehen. Als die Besitzerin Jüdtl 1730 auch dem Waisenamt 294 fl. 44 kr. und dem Rentamt 44 fl. 34 kr. schuldig geworden war, sollte ihr Haus versteigert werden, es fand sich aber trotz Affichierung im Tempel kein Käufer und so machte die Herrschaft kurzen Prozeß und zwang Joachim, auch dieses Haus zu übernehmen. Er mußte sich verpflichten, jährlich 20 fl. samt 6% Zinsen für den jeweiligen Rest in die Waisenkasse und ins Rentamt von jedem ausgeschenkten Faß Bier 30 kr. oder „in Ausbleibung des Bierschankes" jährlich 15 fl. zu zahlen. Es war somit im Haus ein Bierschank gewesen, den Joachim offenbar nicht weiter führen wollte. Er suchte es also wieder an.den iVlann zu bringen, was ihm 1734 gelang; Salomon Cham kaufte es ihm, aber ohne einen bisher dazugehörigen Schulsessel ab. Joachims Brüder könnten Samuel Israel, Besitzer eines Teils von Nr. 24 nach seinem Schwiegervater Hersehl Stiasny, und'D a v i d Israel, gestorben zirka 1720, gewesen sein, dessen Sohn David Löbl einen Teil vo<n Nr. 28 kaufte und ihn an seine Schwiegersöhne Enßl Markus und Gabriel Abraham vererbte, sein Sohn aber, Gabriel Joachim, der den Vertrag 1743 mitunterzeichnete (ebenfalls deutsch, Gabriel Jochen) und etwa 1752 starb (s. o.), dessen Schwester die Tuschina (Tuscheny). Für Gabriels Sohn halte ich den 1773 in Nr. 23 wohnhaften Joachim Oppenheimer; auch er hatte einen weiblichen Dienstboten, war sonach wohlhabend. Die Familie bestand aus ihm, seiner Frau und einem Sohn, und dieser dürfte der 1759 geborene nachherige Familiant Israel Körner gewesen sein. Er war viermal vermählt, das erstenmal mit Katharine Mandl, das zweitenmal mit Katharine Hersehl, beide geborene Gödingerinnen. Eine dritte Frau scheint die 1818 im Alter von 60 Jahren gestorbene Theresia gewesen zu sein; am 10. September 1818 heiratete er neuerlich im Alter von 59 Jahren die 29jährige Sara, auch Anna, Sana und Chaje Sara in der Matrik, Tochter des Godinger Famiiianten Bernhard Ziemlich. Er könnte auch der erste Vorsteher der neuerrichteten Gemeinde (etwa bis 1810) gewesen sein. Er starb 277

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.