Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-06-01 · 4 (Juni 1932) · p. Seite 270

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
4 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 270 (sequence 36)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2416673-2416680-2416685--0611-2417332
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

§ 2. Wie man sieht, führten die Oödinger Juden damals zumeist noch keine Familiennamen, sondern jeder wurde mit seinem und danach seines Vaters Namen bezeichnet, u. zw. ohne jeden weiteren Zusatz, wie etwa „Sohn des . . . ." oder so ähnlich. Daneben finden sich allerdings schon bei einigen der 107 Familien der Beschreibung (und des alten Judengrundbuches von Göding, welches 342 Namen enthält) Anfänge solcher, Familiennamen; dies, sind entweder Berufsbezeichnungen, wie die Namen Bader, Schneider (wozu aus der Matrik noch Fuhrmann,. Görber, Lederer, Roßhandler, Glaser kämen), oder sie geben die Herkunft an, wie .Polaczek oder Polak, Anspacher, Holleschauer, Oppenheimer, Frankfurter, wozu sich aus der Matrik noch Prager (Bradsky, Prasky, Pregerth), Bzenecky (d. i. Bisenzer), Damborsky, Friedland, Kaunitz, Mattersdorf er, Senitzer, Nikolspurger, Österreicher, Schlesinger, Slawkowsky (d. h. Austerlitzer), Trebitscher, Werthenhoymb u. a. fügen, lassen, oder es scheinen Spitznamen zu sein, wie Ayllnspiegel, Lausig(?), Schalk. Auch von den Namen Back, Fanto, Gerstl, Grotte, Hertzfeld, Jelinek, Khaysser (== Kaiser), Khessel, Klabar, Kopl, Kuranda, Patzow (auch als Ortsname gedeutet),, Pentzheim, Pink, Pollitzer, Ryss, Spitz, Stiassny/Türkl, Tuscheny, Zelatko, Zundl scheint bereits ein oder der andere eine Art von Familienbezeichnung zu enthalten. Aber bei den weitaus meisten der in beiden Schriftstücken vorkommenden Gödinger Juden ist dies eben leider nicht der Fall und dieser Umstand vereitelt nun nahezu in allen Fällen den Versuch, die heutigen Gödinger Familien mit Bestimmtheit auf ihre Vorfahren im 17. und 18. Jahrhundert zurückzuführen. 'Ais nämlich Kaiser Josef II. am 16. September 1782 wieder eine Judengemeinde in Göding errichtete und ihr von den 5400 mährischen Familiantenfamilien die nach Berücksichtigung sämtlicher anderer Gemeinden noch erübrigenden 13 Familien zuwies, wobei ausdrücklich bestimmt wurde, nur frühere Gödinger Familien dürften berücksichtigt werden (bei späteren wegen Todesfalls des Inhabers erfolgten Neubesetzungen wird man sich aber vielleicht nicht mehr immer daran gehalten ha- O jf ben), da hatten inzwischen alle Familien eigene Familiennamen annehmen müssen. Wären uns nun die betreffenden Verzeichnisse erhalten geblieben, wie jenes aus dem Besitz der isra^l. Kultusgemeinde Gaya, welches die alten und neugewählten Namen der 20 Gö- 270

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.