Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 4 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 261 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Judensteuern in Kostel im Jahre 1807. Von Dr. Heinrich Schwenger, Saaz. 4 In Böhmen und Mähren waren die Juden in der vormärz'lichen Zeit wie Parias behandelt worden; nur eine beschränkte Anzahl jüdischer Familien galt für naturalisiert. Diese „Famiiianten" vererbten ihre Rechte nur auf den ältesten Sohn, der ebenfalls heiraten und „Familiant,, werden durfte, während alle anderen die Parias unter den Parias bildeten. Eine drückende Steuerlast trug die böhmisch-mährische Judenschaft, die nicht wenig zu der immer mehr zunehmenden Verarmung in diesen Ländern beitrug. Die verschiedenen Steuern und Abgaben steigerten sich besonders zur Zeit der viele Jahre dauernden napoleonischen Kriege, wo der österreichische Fiskus und die herrschaftliche Obrigkeit die Steuerschraube, gegen die Juden in hohem Maße ansetzten. Im Lundenburger Fürst Liechtensteinschen Schloßarchive befindet sich ein Aktenstück aus dem Jahre 1807, welches eine Zusammenstellung der von den Juden in Kostel im Jahre 1807 geleisteten Steuern und Abgaben enthält; im Folgenden wird dieses Dokument der Veröffentlichung zugeführt; die hier angeführten Familiennamen sind mit den in meinem Aufsatze: „Die Namensbeilegung der Juden in Kostel im Jahre 1787", Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei, 1. Jahrgang, S. 116, enthaltenen zu vergleichen. Herrschaft Lundenburg. Kostler Judengemeinde. Reparation, vermöge welcher die Familienbesitzer der Kostler Judengemeinde an Familientaxe, Dominical- und Domesticalbeitrag, von Kapitalien und aus Handel für das Militärjahr 1807, wie folgt, zu entrichten Ilaben: 261