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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-03-01 · 3 (März 1932) · p. Seite 229

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 229 (sequence 67)
Language
German
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Die Familie Bachrach in Wien, Trebitsch, Triesch und Kanitz. Von Dr. Heinrich Flesch, Dolni Kounice. Die älteste Schicht jüdischer Familiennamen sind die Herkunftsnamen. Im Geburtsorte war der Synagogenname genügendes Kennzeichen, dem Ortsfremden mußte auch ein Zuname angefügt werden, dieser war in der Regel das Herkunftsland, oder der Herkunftsort; mit dem Wechsel des Marktes ändert sich auch der Herkunftsname. Der Familienname Bachrach, der ja auf Bachrach a. Rhein verweist, wird, weil die Familie aus Polen nach Wien geht, verdrängt und erscheint unter den Namen Krackhow1) (Krakau) oder Pollackh.2) Im Jahre 1782, als die Juden unter Joseph.II. sich feste unabänderliche Familiennamen beilegen mußten, wird der Zuname von der Kanitzer Familie Bachrach verkürzt, erscheint nunmehr als „Bacher". Nicht uninteressant ist es, daß auf Kanitzer Grabsteinen nach 1820 ein Becher als symbolisches Zeichen ausgehauen, der eigentliche Herkunftsname gerät in Vergessenheit und es wird „Becher" mit „Bacher" identifiziert, weil Becher im Judendeutsch „Bacher" gesprochen wird.3) Ob Moses Reb Mendels, der bis 1627 Oberrabbiner in Prag4) später in Krakau5) und von 1638—1641 Rabbiner in Posen war6) und den Namen Bachrach führte, zu der Wiener Familie „Bachrach" in verwandschaftlichem Verhältnisse stand, ist nicht festzustellen.7) Der älteste in Wien genannte Bachrach ist Jehuda Löb b. Ahron Bachrach, der Wiener Judenrichter (Juden Commisari Richter) und Almosencassier, der Montag 15. Jänner 1657 in Wien gestorben.8) Sein Sohn Samuel,9) sein Epitaph nennt ihn „Vater der Weisheit, ist jung an Jahren, im Alter von 17 Jahren, am 3. Juli 1633, zu Lebzeiten des Vaters gestorben. Ein zweiter Sohn des Jehuda Löb, Namens Mose David,10) im Wiener Grundbuche David Polakh genannt, dürfte 1670 mit den Wiener Exulanten die Heimat verlassen haben, dessen Sterfoeort und Sterbedatum ist uns unbekannt. 229

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