Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 206 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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diese Zeit dort schon ein Rabbiner gewirkt haben, da laut einer im erwähnten Werke mitgeteilten Grabinschrift im Szobotiszter Friedhof ein im Jahre 1740 verstorbener Rabbiner Matiszjahu ben Matiszjahu ruht.2 Die Szobotiszter Juden wohnten damals zum größten Teil auf den Gründen und in den Häusern des Grafen Nyäry; einer wohnte im Hause des Max Hofetzky, 2 im Hofe des Ladislaus Schloszberg, 3 bei Georg Begovics und einer bei Geczy. Der Beschäftigung nach waren 3 Kleinkrämer mit offenen Läden, die auch Woll- und Fellhandel trieben; 1 nur Woll- und Fellhändler; 5 waren Hausierer; 2 Branntweinbrenner — der eine brannte aus den in dieser Gegend häufig wachsenden Kalmuswurzeln (acorus calamus); eine Art Branntwein — I Chirurg; 1 Glaser und 2 Schneider. Obwohl drei Jahre später der junge uund grausame Grundherr Graf Josef Nyäry in dem benachbarten Szenitz zwei Juden auf Grund einer diabolisch ausgedachten, falschen Anklage unschuldig hinrichten ließ und dadurch Furcht und Schrecken unter der Judenschaft des Neutraer Komitates erregte, vermehrten sich die Szobotiszter Judenfamilien in den nächsten zehn Jahren (1736—1746) dennoch von 18 auf 43 Haushaltungen. In der diese Familienzahl aufweisenden amtlichen Liste vom Jahre 1746 figuriert schon ein Rabbiner, namens Isak Markus. In den folgenden Jahren aber verminderte sich auffallend rasch die jüdische Bevölkerung. Sie fiel von 43 Familienhäuptern auf 35, deren Ursache wahrscheinlich die inzwischen von der Kaiserin Maria Theresia den ungarländischen Juden im Jahre 1749 auferlegte drückende Toleranzsteuer sowie die auch von ihren ehemaligen mährischen Grundherren und Judengemeinden behördlich geforderten Abgaben gewesen sein mochten. Einen numerischen und gewiß auch materiellen Zuwachs erhielten die slovakischen Judengemeinden, und unter diesen auch die Szobotiszter, in den folgenden Jahren, denn die Judenzählung im Jahre 1774 weist in Szobotiszt schon 65 jüdische Familien, auf deren reli- 2 Auffallend ist es, daß diese sonst lückenlose Grabschrift außer dem Todesjahre — p"£b p"T\ — weder ein Monatsnoch ein Tagesdatum des Todes enthält. 206