Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 203 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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von diesem Jahre 1760 zu lesen. Rabbiner Jurist Isak Frey, in Stampfen, der „mit dem Judenrichter Isak Geiringer, Moses Herzfelder und Lebl Sackel in Gemeinschaft Handel führen und ein Vermögen von 20.000 fl besitzen", sie zahlen von jedem Gulden (wahrscheinlich ä 60 Kr) je 1 Kreuzer Toleranzgeld, also in Summa 333 fl 33V3 an Toleranztaxe. In derselben Schrift kommt auch ein Joseph Geiringer vor, der mit Kaufmann Geiringer Handelschaft führt, ein Vermögen von 8000 fl besitzen und 100 fl an Toleranzsteuer bezahlen. —Am 31. Januar 1760. machen die Stampfener Juden neuerdings beim Statthaltereirat in Preßburg wegen einer gerechteren Toleranzsteuerbemessung eine Eingabe. In derselben bitten sie die Vermögensverhältnisse der Preßburger und Stampfener Juden einer neuerlichen, eingehenderen Prüfung zu unterziehen und dementsprechende Feststellung der auf die eine und andere Gemeinde entfallende Toleranzsteuer. Zu gleicher Zeit wahrscheinlich aufgemuntert durch die Stampfener Juden, haben die Juden der Gemeinden Szered, Galanta, Bösing, Set. Georgen, Cseszte Koronya, Ciffer, Joka, Magendorf, Szerdahely und Milchdorf, ebenfalls sich bei dem Statthaltereirat beschwert, wegen der von Seite der Preßburger Juden ihnen auferlegten hohen Toleranzsteuer. Auf diese Eingaben hin, traten nun über Anordnung der Statthalterei am 9. Juli 1760. die Vorsteher erwähnter Gemeinden in Szerdahely zu einer Beratung zusammen, in welcher dieselben in Gegenwart der Rabbiner von Szerdahely, Galanta und Szered und 2 Juristen aus Preßburg einen neuen Toleranzbemessungsschlüssel ausarbeiteten und demgemäß die einzelnen Gemeinden besteuerten. Doch gerade den Stampfenern gegenüber blieben die Preßburger unnachgiebig. Auf die dieser Unnachgiebigkeit zu Grunde liegenden politischen Ursachen, wollen wir an einer anderen Stelle zurückkommen. Hier wollen und müssen wir jedoch schon eine Conscription vom Jahre 1771. sprechen lassen, wenn diese auch 11 Jahre nach dem Jahre 1760. geschrieben wurde, weil sich dieselbe zumeist auf die Geschichte" unseres Jahres 1760 bezieht. Diese Conscription befindet sich ebenfalls im Landesarchiv der Hauptstadt Budapest, Lade B. Fase. 13. und zeigt, daß die Stampfener Judengemeinde offenbar durch den seinen Höhepunkt erreichten Streit zwischen den sogenannten Eibenschützianern und deren Gegnern im Jahre 1760 einen nennenswerten Zuwachs erhalten, resp. wiedererhalten hat in der 203