Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 186 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Die jüdische Gemeinde Eger und ihre Gelehrten. Von H. Horowitz, Rabbiner in Dresden. Eger, nach Prag die älteste jüdische Gemeinde Böhmens, lag an der alten Landstraße, die 36 Meilen ilang war, in der Mitte zwischen Prag und Erfurt, sodaß Eger von Prag, wie auch von Erfurt gleichweise 18 Meilen entfernt war.1 Bereits im 13. Jahrhundert hatte Eger geordnete Gemeindeverhältnisse aufzuweisen. So besaß es schon damals eine Synagoge, die aber im Jahre 1270 abbrannte. Rudolf I. und Albrecht I. gaben den Juden in Eger Privilegien,.; welche von Johann von Böhmen (1322 )und Karl IV. (1341—47) erneut bestätigt wurden. Durch die Hetzpredigten eines Kaplans kam es 1350 zu einem großen Judenmassakre, das der „Judenmord" genannt wird und bei dem fast alle Juden Egers umkamen. Das Gäßchen, in dem die meisten Morde geschahen, heißt noch heute „Mordgäßchen". Bald darauf muß sich jedoch wieder eine kleine Gemeinde gebildet haben, denn im Jahre 1352 wurde ihnen eine andere Gasse zugewiesen, wo sie eine neue Synagoge erbauen ließen. Karl IV. bestätigt 1364 den Juden Egers den Besitz der Synagoge und des Friedhofes. Im Jahre 1391 ordnete Wenzel IV. an, daß seine Kammerknechte — die Juden — welche mit den übrigen Bürgern „ein Ding" bilden, zu schützen seien, und im Jahre 1400 verlieh Sigmund dann den Juden Egers die Gleichberechtigung gegenüber den anderen Bürgern der Stadt. Jedoch wurden die Juden am 3. Oktober 1430 auf Befehl Siegmunds aus Eger vertrieben, wobei die Synagoge in eine Kapelle verwandelt wurde. Die Wiederansiedlung wurde den Juden Egers 1435 gestattet. Sie bildeten daraufhin auch wieder eine Gemeinde, die bis zum Jahre 1502 bestand, wo sie wieder ausgewiesen wurden. Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts finden wir eine neue jüdische Siedlung in Eger. Unter ihnen befindet sich auch der wohlhabende und mildtätige Elijahu, der dort aus eigenem Gelde ein Bet Hami- 1 R. G. Israel Bruna No 278. 186 /