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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-12-01 · 2 (Dezember 1931) · p. Seite 162

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
2 (Dezember 1931)
Date
1931-12-01
Page
Seite 162 (sequence 76)
Language
German
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verehrt, von ihren geistigen Führern streng überwacht wurde. Die beide Teile verbindende feste Tradition erneuerte ihnen jederzeit den Geist, der ihre Gesamtheit so sicher leitete, daß sie alle Unbill und Beschwerden ihres kümmerlichen Daseins mit unerschütterlicher Glaubenskraft ertragen, Not und Tod siegreich überwinden konnten. Das ohne seinen philosophisch kritischen Forschungsapparat knapp gekennzeichnete Werk des greisen Gelehrten (seine Schrift: Der Kampf gegen die Volkskrankheiten ist 1917 in Düsseldorf in 7. Auflage erschienen), ist trotz unserer im Schlußteil von ihr abweichenden Meinung eine Fundgrube abgeklärter Lebensweisheit, die wohl geeignet erscheint, den ihrer Führung sich anvertrauenden Schwankenden einen sicheren Halt zu bieten und die ratlos Irrenden fest zu 'leiten. Dr. Max Golde. Gustav Cohn: Der jüdische Friedhof. Verlag Franzmathes, Frankfurt a. M.. 1930. 52 Seiten. Oktav. Ein seltenes Buch, selten wegen des Gegenstandes vor allem und selten durch seine Qualitäten, schenkt uns hier der Gemeinderabbiner in Leipzig, Gustav Cohn. Es schildert, wie der Autor selbst im Untertitel sagt, die geschichtliche und kulturgeschichtliche Entwicklung und nimmt auch auf die ästhetische Gestaltung der letzten Ruhenstätte Rücksicht. Das wertvolle Büchlein, eigentlich eine Einleitung zu einem größeren Werke über denselben Gegenstand gedacht, kommt gerade zu rechter Zeit, wo der Friedhof als wichtiges Forschungsgebiet, als geschichtliche Quelle erhöhte Bedeutung erlangt hat. Wenn alle Nachrichten schweigen und versagen, so reden die Steine, die Denkmäler einer vergangenen Zeit, die der Vernichtung doch nicht überall anheimgefallen sind. Das Buch führt den Leser nach einer Einleitung über die Unverletzlichkeit der Grabstätten bei den Juden — wie anders aber schaut es tatsächlich gerade bei uns Juden aus und wieviel können gerade die verantwortlichen Stellen, die Gemeinden und ihre hierzulande erst vor wenigen Jahren geschaffene Vertretung mit halboffiziellen Charakter, der Oberste Rat, daraus lernen! — durch die ganze Zeit der jüdischen Geschichte in Bezug auf die Bestattung der Toten. Es spricht von den ältesten bekannten Friedhöfe in Deutschland und widmet der feierlichen Schönheit der früheren Friedhöfe ein eigenes Kapitel. Der Grabstein in allen seinen Foimen und die Inschriften und die Symbolik werden eingehend behandelt. Die neuen Friedhöfe finden eine gerechte Verurteilung wegen ihrer mangelnden weihevollen Anlage und der modernen Giiabsteine in vieler Hinsicht. So begrüßen wir diese wertvolle Publikation mit bester Empfehlung an alle die in irgendeiner Beziehung mit dem Gegenstande zu tun haben — und wer wäre das eigentlich nicht? — da das Weik die Beachtung verdient, auf die es rechnen darf. Umsomehr aber dürfen wir vom Autor für das große Werk erwarten, da es ihm gelungen ist, auf wenigen Seiten so viel und so schön zu sagen. R. K. 162

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