Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 151 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Professor Bacher und der Herausgeber der Monumenta Talmudica* In den letzten Tagen wurde eine Rezension von Prof. W. Bacher über die Monum., welche in der Theologischen Literaturzeitung No. 6 1908 erschienen ist, einzelnen hervorragenden und gelehrten Männern in Wien zugeschickt, offenbar in der Absicht, das große Werk in ein minder günstiges Licht zu setzen. Es ist hier nicht der Ort, auf die Gründe einzugehen, durch welche der Verfasser der Rezension sich dazumal bewogen fühlte, dem großen Unternehmen gegenüber eine so unfreundliche Stellung einzunehmen. Aber die Tatsache steht fest, daß der weitaus grössere Teil der Ausstellungen Bachers bei einer gründlichen Prüfung als grundlos und nicht stichhältig bezeichnet werden müssen. Wenn B. z. B. es unbegreiflich fand, daß eine große Menge langer Texte ,,aus dem Sohar, dem berühmten Grundwerke der Kabbala, in Funks Sammlung aufgenommen worden ist", so hat der Herausgeber des Werkes und der Bearbeiter der Serie Babel dies in dem Vorworte zum Weltbilde (S. 177) genügend motiviert. „Obgleich" — heißt es da — „diese Werke einer späteren Epoche angehören und der Sohar, die Hauptquelle der Kabbala, als Schriftwerk erst im dreizehnten Jahrhundert entstanden ist, mußten sie doch als Quellen verwendet werden, weil sie ganz unverkennbar altorientalische Anschauungen zum Ausdrucke bringen". Die Kosmogonie wurde bekanntlich als Geheimlehre gelehrt und durfte in den früheren Jahrhunderten nicht schriftlich fixiert werden. Bezüglich der Übersetzung hat Prof. B. die große Leistung des Herausgebers anerkannt, indem er schrieb: Die Übersetzung, die auf der zweiten Kolumne jeder Seite den Text begleitet, i s i m i t großer Umsicht und voller Sachkenntnis bearbeitet. Nicht minder anerkennend hat er sich in Bezug auf die gelehrten Anmerkungen des Verfassers geäußert: ,,Dr. Funk, der einen Teil des Stoffes bereits in seiner 1902 erschienenen Schrift in zusammenhängender Darstellung bearbeitet hat, bewährt sich auch in diesen Anmerkungen als gründlicher Kenner des Gegenstandes und seiner Literatur". Der Rezensent hatte aber 10—12 „Verstöße' 'in dem Riesenwerke gefunden, auf welche der unbekannte Einsender verweist, darunter auch solche, daß "n mit „Kollege" übersetzt wurde, oder es an einer Stelle Rabbi statt Rab heißen soll. Besonderen Nachdruck legte — nicht der Rezensent. 15t