Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 133 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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zwischen ihnen erlehrnet, sie habe Nammen, wie sie wolle, ohne der christlichen Handtwerckher Hinternuss oder Einwenden2*, doch das sie sich mit denen christl(ichen) Handwerckhszunfften gebuehrend abfuenden, zu neben zu treiben vnd zu exerciren, sondern auch Zweinzigstens: Geruehen wir gnaedig den ienigen Plazf worauf sie biss letzthere ihre Verstorbene begraben, vnd ohne welche sie sonsten nicht subsistiren koennten, weiters ohne Hinternuss vnd Perturbation27 ihnen zu lassen. Gleichwie nun Ainundzweinzigst, und Schliesslichens: Wir dises Privilegium vnd aufgerichte Juden Pollicey auf alle Weiss gnaedig manuteniren, die in denen 40 Partheyen bestehende Judengemeinde samentlich und ieden Insonderheit schuezen, vnd schirmen werden. Also sollen Sie darvon gehalten seyn, alliaehrlichen Schuzgelt vnd Zuenss vor die in vnsern Hauss zu Stampfen innenhabenden acht Zimmern vnd der Synagog, die nach Erbauung einer Neuen ebenfahls zu einen Wohnzimmer kan appliciert werden, Dreyhundertund vierz i g, vor das unter ihnen gnaedig verstattete Wein- und Pier-Sehenkhen Ainhund e rt} u. Schranckhengelt17* ) D r e y s s i g u. Holzgelt D r e y s s i g, zusammen also Fuenffhundert Gulden, id est 500 Fl. in guet gangbarer Muenz auf zwey halbjaehrige Termin von heunt zu Endt gesezten Dato angerechnet, ohne der geringsten Aussflucht, vnd obschon die Zahl der oeffters beruehrten vierzig Partheyen nicht complet weren, in vnser Stampferisches Rendtambt abzufuehren vnd zubezahlen. Wo hingegen wir ihnen gnaedig versprechen, lieber besagte Fuenffhundert Gulden sie zu keinerzeit zu staegern, oder ein mehrers anzubegehren. Zu Vrkundt dessen haben wir dises Privilegium aigenhaendtig vnterschriben, vnd mit Vnsern angebohrnen hier anhaengenden graeffl(ichen) Insigl becroefftiget. Geben in Vnserm Castell Stampfen, den ersten Mo- 26 Die Herrschaft scheint einen Druck auf die Handwerkszunft ausgeübt zu haben, daß sie die jüdischen Handwerker anerkenne. Es gab auck in anderen Gemeinden jüdische Handwerker, diese aber konnten nur für Juden arbeiten. Der Befehl, jüdische Handwerker in die Zünfte aufzunehmen, wurde erst viele Jahrhunderte später, durch Kaiser Joseph II. erlassen. Es ist zu bemerken, daß es unter den aus Stampfen 1709 Geflüchteten vier Schuhmacher gab. 27 Perturbation — Störung, Beunruhigung. J7*) Sabbatdrähte, der Übersetzer. 133