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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-12-01 · 2 (Dezember 1931) · p. Seite 110

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
2 (Dezember 1931)
Date
1931-12-01
Page
Seite 110 (sequence 24)
Language
German
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Geschichte der Juden in Kaaden. Von Schulrat Josef Hoff mann, Kaaden. (I. Fortsetzung.) Nun erschien im Jahre 1624 der Feistl J. vor dem Rate und wies ein kaiserliches Sonderprivileg vom 11. Juni d. J. vor, kraft dessen er sich mit Weib, Kindein und Tochtermännern in der Stadt Kaaden aufhalten und Handel treiben könne bis auf kaiserlichen Widerruf. Die Kaadner trugen diese erzwungene Aufnahme einer verzweigten Judenfamilie mit Ärger, zumal bei derselben sich Juden aus unterschiedlichen Orten, nicht allein Böhmens, sondern auch aus anderen Ländern fast täglich einfanden und oft längere Zeit verweilten. Weil aber die Stadtfreiheiten zu dieser Zeit von dem neuen Herrscher Ferdinand 11. noch nicht bestätigt und die Bürger in Sorge waren, daß der Kaiser sie seine Ungnade wegen ihrer Beteiligung am böhmischen Aufstande werde weiter fühlen lassen, unterließen sie es, dagegen Schritte zu tun. Erst als mit dem Gnadenbriefe vom 18. Juni 1628 Ferdinand die Stadt wieder in Gnaden aufnahm und in Bestätigung der früheren Privilegien und Rechte guthieß, daß ein Nichtkatholik in der Stadt oder in den Vorstädten Häuser ankaufen, solche mieten oder in ihnen ein Gewerbe treiben dürfe, richtete der Rat unter Berufung darauf am 10. Juni 1630 das Gesuch an die Prager Statthalter, beim Kaiser die Verfügung zu erwirken, daß die Stadl sowohl mit weiteren Aufnahmen von Juden verschont und auch von den jetzt daselbst wohnenden befreit werde; da die der Religion halber aus der Stadt ins Ausland entwichenen Bürger ihre Häuser und Güter innerhalb vier Monaten zu verkaufen gezwungen seien, würden sich bald genug Käufer dafür finden und die Stadt werde wieder ohne Zutun der Juden mit Einwohnern besetzt werden, wie es der Wunsch des Kaisers sei. Diese Eingabe blieb aber fruchtlos, denn gerade in den beiden nächsten Jahrzehnten erscheinen, wie die Amtsbücher ausweisen, am meisten Juden in den Ämtern, die ausdrücklich als „allhier" wohnend bezeichnet werden. Der Rat mußte sich darein fügen und neuen jüdischen Zuzug dulden. Ja, als in den 30er und 40er Jahnen schwedische und kaiserliche Völker 110

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