Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 106 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Judengemeinde Kosteletz. Von Dr. Gustav Treixler, Graslitz. In dem verdienstvollen Werke „Die Juden und Judengemeinden Mährens in Vergangenheit und Gegenwart*) fehlt die ehemalige Judengemeinde Kosteletz bei Gaya, zu deren Geschichte im folgenden einige Bausteine beigebracht werden mögen; für ihre vollständige Behandlung mangelt es mir hierorts an den nötigen Quellen. Im Jahre 1774 hob Kaiserin Maria Theresia die alte Gödingei Judengemeinde, die damals 106 Familien mit 415 Personen zählte, auf und die Gödinger Juden mußten nun ein anderes Unterkommen zu finden versuchen, wie in der „Geschichte der Juden in Göding" auf S. 220 jenes Werkes erzählt ist. Am 15. Mai 1778 wurde 20 dieser Familien erlaubt, sich auf dem Lehensgute Kosteletz als neue Gemeinde anzusiedeln; sie durften sich daselbst ein kleines Bethaus errichten und einen Friedhof anlegen und mußten sich binnen Jahresfrist der neuen Gemeinde einverleiben lassen, sonst würden sie vom Handel in ganz Mähren ausgeschlossen. Der Termin wurde dann bis Ende April 1780 erstreckt und im Oktober des gleichen Jahres wurde entschieden, nur ehemalige Gödinger Juden dürften sich in Kosteletz niederlassen. Es stammen somit sämtliche ursprünglichen 20 Kosteletzer Familiantenfamilien aus Göding. Durch einen glücklichen Zufall blieb ein Verzeichnis derselben mit den alten und den auf Grund der Verordnung des Kaisers Josef gewählten neuen Namen erhalten, ßo daß, wenigstens bei einer Anzahl der Kosteletzer Juden, nach dem gleichfalls erhaltenen Gödinger Judengrundbuch die Vorfahren bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurückverfolgt werden können, während bezüglich der anderen Gödinger Juden das Gleiche leider nicht gelungen ist, da sie bei ihrer Vertreibung noch keine Familiennamen trugen, bei der Wiederansiedlung in Göding aber, nur wenige Jahre darnach, solche bereits besaßen. Jenes Verzeichnis enthält nun die nachstehenden Familienväter: 1. Joachim David, neu Joachim Sstiastny, 2. David Joachim, neu David Sstiastny, 106