Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 103 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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starb jung an Jahren, noch keine 40 Jahre alt, am 12. Jänner 1648 in Prag. Auf seinem Grabstein wird er als rabbinische Größe geschildert.1) Nach seinem Tode wurde sein Werk „Dibre Nabi", Novellen zu 13 Talmudtraktaten, sowie im Anhang dazu halachische Novellen, unter dem Titel „Pi Nabi" veröffentlicht. [Amsterdam 1688.]2) X. R. Pinchas Horowitz. R. Pinchas H. war einer der größten Gelehrten Prags, eine rabbinische Autorität und ein gründlicher Kenner der Halacha. Er wurde um das Jahr 1580 in Prag geboren. Noch als Jüngling ging er nach Polen, um die talmudische Hochschule in Lemberg zu besuchen und den geistreichen Vorträge des R. Josua Falk — vuigc Sema — zu lauschen.3) Nach Vollendung seiner Studienjahre kehrte er nach seiner Vaterstadt Prag zurück und zählte schon damals, noch jung an Jahren, zu den größten und scharfsinnigsten Gelehrten der Stadt. Als im Jahre 1616 R. Arje Leib Pisek über eine Rechtsfrage eine Entscheidung gefällt hatte, die von anderen Rabbinern bestritten wurde, wandte man sich an die Gelehrten Prags u. z. an R. Jesiaja Horowitz [Scheloh], R. Efraim Salomon Lunczyc, R. Jörn Taub Lipman Heller und R. Pinchas Horowitz, um deren Meinung. Diese entschieden zu Gunsten des R. Arje Leib Pisek.4) Im Jahre 1620 finden wir R. Pinchas Horowitz als Rabbiner und Schulrektor in Fulda. Dort lernte bei ihm R. Jiphtach Josef Juspa Manzpach, bekannt unter den Namen Juspa Schames, Verfasse! der „Massa Nissim".5) Diesen Rabbinerposten hatte er nur einigt Jahre inne, dann kehrte er nach seiner Vaterstadt Prag zurück, wo er zum Appelanten und Vorsitzenden des ersten Rabbinats- Collegium ernannt worden war. Bekanntlich hatte Prag mehrere Rabbinats-Collegien. Die Mitglieder des ersten oder obersten Rabbinats-Collegium, welches als Appelationsgericht galt, hießen Appelanten. Dort entfaltete er eine segensreiche Tätigkeit unter *) Gal Ed, Nr. 102. 2) Vgl. was ich über ihn in der Encyclopaedia Judaica VI. S. 138 geschrieben habe. 3) Seder ha-Dauroth, I Ende. 4) Nachleth Schuba, Nr. 27. 5) Seder ha-Dauroth, Theil Ende. 103