Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 96 (sequence 10)
- Language
- German
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daß die Juden nicht zum bürgerlichen Stande zu zählen seien. Seligmann war auch derjenige, der sich im Streite der Familie H. mit den Gemeindeältesten im Jahre 1534 von seinem Temperament soweit hatte hinreißen lassen, daß er den Schulrektor Josua Altschul schlug, weshalb König Ferdinand am 23. April 1534 den Judenältesten befahl, ihn zu bestrafen. Wahrscheinlich ist er auch mit jenem Seligmann H., der bereits 1560 verstorben war, identisch.1) V. R. Schabattai Scheftel ben Jesaias Horowitz. Vorsteher und Gemeindedajan in Prag, wurde daselbst um das Jahr" 1480 geboren. Er war eine rabbinische Größe und sehr wohlhabend. Sein Sohn Abraham sagt von ihm, daß er ,,sehr fromm, demütig und in jeder Beziehung glücklich war".2) Er war „ein Fürst der Thora" der [Gelehrsamkeit],3) „welcher fast das ganze rabbinische Schriftentum auswendig kannte, die einzige Autorität seines Zeitalters".4) Schon als Jüngling erregte er durch seine Geistesgaben in seiner Vaterstadt Aufsehen, so daß kein Geringerer als R. Akiba Kohen Zedek5) ihn zum Schwiegersohn wählte, indem er ihm seine Tochter Jochewet zur Frau gab. Wie oben erwähnt, war er derjenige, welcher im Streite der Familie H. mit der Gemeinde, als Joselmann nach Prag kam, die Behörde auf diesen aufmerksam machte. Am 6. Cheschwan des Jahres 1552 wurde ihm seine Frau Jochewet entrissen0) und 3 Jahre nachher starb auch er im Jahre 15557) nachdem er mehrere Jahre als Vorsteher und Gemeindedajan in Prag fungiert hatte. Im Jahre 1546 wird sein Familienstand wie folgt angegeben: Juchomet [Jochewet, seine Frau], Kyva Abraham, Izaias, Ryfka, verheiratet mit Chaim, Mindel, Händl8) als Kinder. Von den oben aufgezählten Kindern sind uns nur 3 bekannt. Rifka, ist die im Tamus des Jahres 1579 in a) Wöllstein a. a. 0. S. 149. -) Siehe seine Einleitung, zu seinem „Chesed le-Abiaham. :!) Siehe die Approbation des Rabbiners von Amsterdam zu „Emek Beracha'\ 4) Sein Enkel R. Scheftel Horowitz Rabb. in Wien, in seinem Testament Nr. 1. 5) Vgl. was ich über ihn, in dieser Zeitschrift I. S. 240 geschrieben habe. *'') Hock, die Paimilien Prags S. 2 Sp. II. 7) Gal Ed. Nr. 77. s) Wachstem a. a. 0. 146. 96