Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 94 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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deshalb dreimal im Schlosse erscheinen, um sich zu rechtfertigen.1) Wie wir aus den Akten des Archivs der Prager Altstadt ersehen, stand der Rat der Altstadt Prag mit dem Bürgermeister an der Spitze auf Seite der Gemeindevorsteher, der König hingegen schützte immer seinen Günstling Zalman Horowitz. So beauftragte König Ferdinand am 24. Dezember 1534 den Bürgermeister und Rat der Altstadt Prag, das von ihnen bei Zalman Munka [Horowitz] konfiszierte Privilegium der Familie Horowitz, welches diese vom König Ludwig erhalten hatten, denselben zurückzuerstatten2), wie auch die vom Bürgermeister und dem Rat der Altstadt Prag aus unbekannten Gründen über Zalman Horowitz verhängte Strafe zu erlassen sei. Der Bürgermeister und der Rat der Altstadt Prag überreichten im Jahre 1535 diesbezüglich eine Beschwerde an den König.3) Nach Joselmanns Bericht dauerten die Streitigkeiten längere Zeit und nahmen sehr scharfe Formen an. Vergebens bemühten sich einflußreiche Männer aus Österreich und Italien, den Streit zu schlichten.4) Erst als im Jahre 1542 König Ferdin'and beschloß, die Juden aus Prag auszuweisen und nur 15 Familien, unter diesen auch Zalman Horowitz, den Aufschub von einem Jahre zu gewähren5) fanden die Streitigkeiten ihr Ende.--Im J. 1535 ließ Zalman Horowitz aus eigenem Gelde eine große schöne Synagoge in Prag erbauen, die dann von seinem Bruder Pinkas vol/lendet und ausgedehnt wurde. Sie trägt daher noch heute den Namen des letztern „die Pinkas Schul". Zum Andenken des Zalman Horowitz und dessen Frau Nechama, Tochter des Menachem, wurde in der Synagoge auf der Westseite eine Gedenktafel für ihn und seine Frau angebracht. Nach den Satzungen [Tekanoth], die sich im Pinax der Synagoge vom Jahre 1619 vorfinden, und von den Rabbinern Prags dem Hohen Rabbi Low, Salomon Efraim Lunczyc, Jesaias Horowitz [Scheloh] bestätigt wurden, müssen für die Synagoge 12 Vorsteher und 4 Vorsteherinnen gewählt werden und zwar nur Nach- 3) Joselmann in seinen Memoiren. 2) Wachstem a. a. 0. S. 144. 3) a. a. O. 4) Joselmanns Memoiren. 5) Seder ha-Daurcth [Warschau 1897] I. S. 244. Wachstein a. a. 0.144. 94