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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-12-01 · 2 (Dezember 1931) · p. Seite 92

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
2 (Dezember 1931)
Date
1931-12-01
Page
Seite 92 (sequence 6)
Language
German
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meinde, wie auch beim böhmischen Hof. Wie oben erwähnt, war Zalman H. sehr reich, im Jahre 1533 wurde sein bewegliches Vermögen, bestehend aus Forderungen und Kleinodien, auf 40.000 Schock Meissner Groschen geschätzt, außer Immobilien, bestehend aus 3 Häusern in der Goldenen Gasse.1) Im Jahre 1525 erhielt Zalman H. ein Privilegium vom König Ludwig, wonach für alle Zeiten ein Rabbiner und ein Ältester [Gemeindevorsteher] aus seiner Familie zu bestellen sei.2) Wie es scheint, hat nun Zalman H. auf Grund dieses Privilegiums seinen Bruder Seligmann zum Gemeindevorsteher ernannt und wollte auch seinen zweiten Bruder Sabattai Scheftel [Großvater des „Scheloh"] zum Schulrektor einsetzen. Da entbrannte durch Neid und Haß geschürt, der Streit in der Gemeinde, der schließlich sehr scharfe Formen annahm. Es bildeten sich zwei Parteien, 400 Personen mit dem Ober-Rabbiner Abraham ben Abigdor an der Spitze bildeten eine Partei, und die Familie Horowitz, die schon damals sehr zahlreich war und rabbinisohe Größen besaß, mit ihrem Anhang, bildeten die zweite Partei.3) Die Familie Horowitz besaß schon damals eine eigene Synagoge, welche sich im ersten Stock des Wechslerischen Hauses in der Josef städter-Straße befand.1) Der Streit nahm sehr große Dimensionen an. Denunziationen, und Schlägereien fehlten auch nicht dabei. Auf eine Anzeige hin wurden sämtliche Schriften, die man „beim Juden Munko"-ZaJman Horowitz-in einer Truhe vorfand, vom Unterkämmerer konfisziert und in das Rathaus gebracht. Darin fand sich ein Schuldschein, ausgestellt von einem Mit-Vorsteher und dazu ein Zettel. In diesem Zettel war eine Pönale von 100 Schock ausgemacht für den Fall, daß die andere Vertragseite Verrat gegen die Abmachung üben sollte. Der Rat fand hierin nichts Belastendes und zog 6 Juden, die als Anzeiger verdächtig waren, ins Gefängnis, weil sie die Anzeige beim Unterkämmerer und nicht beim Rat einbrachten. Die Kammer hingegen beschuldigte den Rat des Einverständnisses mit Munk-Zalman Horowitz — und seinen Juden, die sich der Kammergerichtsbarkeit entziehen wollen. Am 25. Mai 1533 gab die böhmische 3) a. a. O. S. 143. 2) a. a. O. 3) Memoiren des Josef Joselmann, abgedruckt in R. C. J. XVI. Nr. 20, 25. 4) Wachstein S. 148. 92

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