Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 1 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 68 (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
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Österreich binnen einer kurzen Frist, die ihnen zur Abwickelung ihrer Geschäfte und zum Verkaufe ihrer Häuser gewährt wurde, verlassen müßten. Eines *der Häuser, No. 39 in der Herrengasse, war Eigentum des Kopel Fränkel. Er starb vor der Ausweisung am 27. des Monates Nißan 1670. Sein Grabstein, den ihm seine Kinder erst 1676 setzen konnten, ist noch erhalten; er lautet: „Hier ruht Jakob Kopel, der Levite, Sohn von Isak Lewy, ein Mann der bieder, frei geboren und berühmt war. Dieser Denkstein wurde aufgerichtet von seinen Söhnen, Gemeindevorstehern in Fürth am Neumondstage des Monats Ab 1686." (1676?) Er hinterließ drei Kinder: eine Tochter und zwei Söhne namens: Isak und Israel. Als der Verbannungsbefehl ergangen war, begaben sich "diese, ehe sie den Wanderstab in eine ihnen unbekannte Ferne ergriffen, zum Magistrate der Stadt und boten, wiewohl sie die Hälfte ihrer Habe eingebüßt hatten, demselben die für die damalige Zeit enorme Summe von 4000 Silbergulden an, wenn er sich bereit erklärte, die Gräber ihrer Glaubensgenossen für alle Zeit unangetastet bestehen zu lassen. Der Magistrat ging auf das Anerbieten ein und stellte unter dem 12. Juli 1671 den im Stadtarchiv von Wien noch erhaltenen „Revers der Judenschaft Gottesacker betreffend" aus: „Wir, Bürgermeister und Rath der kaiserlichen Residenzstadt, geloben, zusagen und versprechen wir, daß besagte ihre Gräber und Stein darauf, wie sie zu Zeit ihres Abzuges gewesen und noch seyn mit einer Planken eingeplankt werden sollen, dessen zu wahrer Urkund haben wir zu Versicherung dieses mit unserem Insigel verfertigen und ausfolgen lassen." Der Magistrat ließ auf seine Kosten um den in der Vorstadt Roßau gelegenen Friedhof eine hölzerne Planke ziehen. Nachdem dieselbe später während der Türkenbelagerung niedergebrannt war, stellte der kaiserliche Rat und Schlüsselamtmann von Krems Simon von Wagenheimb an den Magistrat den Antrag ihm einen Teil des Friedhofes zu verkaufen, da er seinen anliegenden Garten vergrößern wollte. Als die Kopel Fränkelschen Erben Isak und Israel, die sich mittlerweile in Fürth in Bayern angesiedelt hatten, davon hörten, legten sie von dorther, unter dem 18. Dezember 1684, 68