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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-09-01 · 1 (September 1931) · p. Seite 58

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
1 (September 1931)
Date
1931-09-01
Page
Seite 58 (sequence 60)
Language
German
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den Raköczikämpfe9) der Erstarkung der Gemeinde Stupava nicht förderlich. Erst im zweiten Jahrzehnt des erwähnten Säkulums, nach Eintritt einer ruhigeren Zeit, konnte sich die .Gemeinde durch Zuzug zumeist mährischer Ansiedler vergrößern. Damals war Stupava schon eine größere Judengemeinde, die auch der holländische jüdische Tourist Abraham Levi auf seiner Reise nach Italien aufsuchte, als er von Nikolsburg nach Preßburg strebte.10) Aus dieser ruhigeren Zeit, aus dem Jahre 1722 2"Bfi rühren auch die ältesten dokumentarischen Aufzeichnungen der jüdischen Gemeinde Stupava her, worüber in den folgenden Kapiteln Mitteilung gemacht wird. Wie nun bereits ausgeführt wurde, kann die jüdische Gemeinde in Stupava, als solche, auf ein Alter von ungefähr 300 Jahren zurückblicken. Der erwähnte Grabstein vom Jahre 5403 (1643. g. Z.), stellt schon allein ein Alter von 288 Jahren fest. Wie aber schon hervorgehoben, dürften noch andere, jedoch teils versunkene, teils verwitterte Grabsteine des jüd. Friedhofes in Stupava, vielleicht auf ein älteres Datum der Entstehung hinweisen. Ein um 1643 g. Z. mit Grabsteinen bestehendes Totenfeld, gibt doch die untrügliche Kunde, daß um diese Zeit sich schon in Stupava ein größeres jüdisches Gemeindewesen regte. Der berühmte jüdische Augenarzt, Dr. Ignatz Hirschler, in Budapest, Magnatenhausmitglied des früheren Ungarn, berichtet ebenfalls in seiner Autobiographie vom Jahre 1891 Folgendes: Er selbst ist am 3. März 1823 in Bratislava (früher Preßburg), geboren. Seine Vorfahren liegen!— wie er selbst angibt — „seit undenklichen Zeiten in Stampfen begraben", wie er sich selbst „aus einem über 200 Jahre alten Grabstein dort" überzeugen konnte. Sein Vater war aus Lozorn ■(einem Dorfe unweit von Stupava, in welchem, wie auch im Nachbardorfe Lab und Zankendorf, heute Plaveoky Stvrtok, die'Hirschler-Familien bis zum Umsturz lebten), wo seine Ahnen „auf fürstlich Palffy'schem Grunde als halbe Bauern lebten". Es ist nicht so ganz von der Hand zu weisen, ob vielleicht der erwähnte, schon länger verstorbene Augenarzt, Dr. Ignatz Hirschler, nicht ein Nachkomme des bereits gedachten, in Stupava im Jahre 5459 (1699 g. Z.) verstorbenen, und beerdigten, jüdischen Gemeindevorstehers, Zwi 9) Siehe oben aus Kßrabinsky s Orts-Lexikon Seite 728. 10) Maigyar Zsidö Szemle 1886. S. 180. 58

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