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Palästina · 1910-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 96

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Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 4-5
Article
Bodenreform in Alt- und Neu-Israel
Date
1910-01-01
Page
Seite 96 (sequence 3)
Language
German
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tisieren, dann werden wir mit grösseren und immer grosseren Mitteln arbeiten können, die man uns vertrauensvoll darbietet; und aus der Kleinkolonisation wird in kurzer Zeit eine Kolonisation grossen Stils erwachsen. Für das Gründungskomitee des Jüdischen Genossenschaftsfonds Dr. Franz Oppenheimer. (Spenden an Herrn Dr. Bodenheimer, Köln, evtl. auch an die Zeitschrift). 58^ Verband jüd. Frauen für Kulturarbeit. (Ans dem Jahresbericht.) Die Schaffung von Erwerbsmöglichkeiten für die weibliche Jugend in Palästina gehört zu den wichtigsten Bedingungen der ökonomischen Hebung r palästinensischen Bevölkerung. Auch palästinensische Schulen, insbesondere die vom Odessaer Palästina-Komite" miterhaltene Mädchenschule, be=- schäftigenlsich seit langem mit der Frage, in welcher Weise für eine berufliche Ausbildung der Schülerinnen zu sorgen ist. Dieser Mangel zeigte sich insbesondere bei den ersten Versuchen, die auf unsere Veranlassimg unternommen wurden, um in Jaffa Mädchen für Gewerbszwecke in Handarbeiten auszubilden. In der JafFaer Mädchenschule wurde ein geregelter Handarbeitsunterricht eingeführt. Die Früchte dieses Unterrichts können sich jedoch erst nach einigen Jahren zeigen. Da in Palästina baldigeJHilfe not tut, errichteten wir, einer früheren Anregung des Herrn Trietsch folgend, ein Atelier, in welchem Nadelspitzen nach einer nur im Orient bekannten Technik hergestellt werden. Nach Ueberwindung der ersten Schwierigkeiten begann im Eebruar dieses Jahres die regelmässige Arbeit im Atelier. Die Zahl der Schülerinnen vergrösserte sich von Woche zu Woche, bis sie nach kurzer Zeit 25 erreicht hat. Sie entstammen den verschiedenen Schichten der Jaffaer jüdischen'Bevölkerung, Sephardim, Aschkenasim, Eingeborenen, älteren und neueren Emigranten-Familien, manchen, die eben erst den Fuss auf Palästinas Boden gesetzt haben. In einem so gemischten Milieu war es schwer zu arbeiten, denn die Mädchen mussten alle zur Disziplin, Ordnung und Reinlichkeit erzogen werden. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Mädchen nicht nur Brot zu geben, sondern sie auch zu erziehen und in den paar Stunden des Zusammenseins mit der Lehrerin und Leiterin im Atelier ihnen das zu bieten, was in den meisten Fällen ihnen das Haus versagt. Auch bei dieser Arbeit hatten wir Glück in der Wahl einer Kraft, denn unsere Lehrerin, Frl. Liebermann, erwies sich als eine sehr fleissige, energische Dame, die den Mädchen mit gutem Beispiel vorangeht. Auch hier erwies sich, wie in allen anderen palästinensischen Erziehungs-Instituten, die Lebensfähigkeit der hebräischen Sprache, denn. die so verschiedene Sprachen sprechenden Mädchen verstanden es in kürzester Zeit, die einheitliche hebräische Sprache anzunehmen, und heute wird nur hebräisch in unserem Atelier gesprochen. In diesem Momente,? wo alle Mädchen bereits einen Wochenlohn verdienen, treten wir an die Errichtung einer Krankenkasse 9G

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