Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Beiträge zur Geschichte der Besiedlung Palästinas durch Juden
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 4)
- Language
- German
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Klippen durchgerungen hatte und schliesslich zur nationalen Sammlung in Palästina gelangt war, eine Reihe von Appellen an die jüdischen Massen in diesem Sinne richtete. In einem hiess es: „Ein offener Weg und ein klares, bestimmtes Ziel liegen vor uns. Wir werden Palästina kolonisieren und das Volk in der alten Heimat sammeln, eine Familie nach der anderen, eine Partie nach der anderen. Jede dahin entsandte Kraft wird für das nationale Werk ein Gewinn sein, jede Familie, die sich dort niederlässt, ist ein weiterer Schritt zum ersehnten Ziel. Nur auf diesem Weg kann das Volk sich weiterbewegen, unabhängig von seinen Führern, mit langsamen, aber bestimmten Schritten. Jede Spanne Erde, die in unsere Hände übergeht, wird für unser Werk ein Gewinn sein, jede Fabrik, die dort von unseren Brüdern gegründet werden wird, um unseren Wanderern Arbeit zu verschaffen, wird ein weiterer Schritt zu unserem gelobten Ziel sein. Zahlt dem Araber das Doppelte, das Dreifache, und er Wird euch so viel Land: verkaufen, als nötig sein wird. Und jeder von uns kann selbständig arbeiten, denn dort auf diesem bestimmten Territorium werden unsere Kräfte nicht zerstreut werden. Ein jeder mag nur etwas tun, jeder mag seinem Volke auch nur den kleinsten Dienst erweisen. Wir können wie die Bienen in unser Land die mannigfaltigsten Kräfte hinbringen, Tropfen nach Tropfen; mit geeinten Kräften können wir dem Lande Leben und Ruhm wiedergeben. Jeder Reiche, der sich dort niederlässt, wird seinem Volke einen großen Dienst erweisen, jede Schule die dort gegründet wird, wird ein Schritt vorwärts zum gelobten Ziele .... Wollen wir uns, Brüder, vereinigen und alle unter die einzige Fahne, die eine allgemeine werden kann, treten! Auf diesem Banner ist geschrieben; „Nach Hause!""*) S8§§§ Seminardirektor 0. Eberhard, Greiz. Rischon-le-Zion. Am 15. Ab des Jahres 5642 nach jüdischer Kalender-Rechnung wurde die Kolonie Rischon Lezion gegründet. Von den Gründern, die vor 25 Jahren ihre Zelte auf der Spitze des Berges aufschlugen, der sich dem Orte En Hakore (Rieht. 15, 19) gegenüber erhebt, und die den Grundstein zu der ersten palästinischen Judenkolonie legten, sind noch drei am Leben; und einer derselben, A. M. Freimann, dessen Namen auch eine Strasse von Richon trägt, hat zu dem 25. Jubiläumstage ein „Sefer Hajowel", eine hebräische Jubiläumsschrift, verfasst und in Jerusalem drucken lassen. Sie behandelt im ersten Teil die Geschichte der Kolonie, während der zweite eine Beschreibung der materiellen, wirtschaftlichen und geistigen Lage der Rischoner Kolonisten *) Leitartikel im Rasswet, 1882, Nr. 13. 82