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Palästina · 1910-01-01 · Heft 3 · p. Seite 63

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 3
Article
Von Ghetto zu Ghetto
Date
1910-01-01
Page
Seite 63 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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war von Zigeunern (auch in Jerusalem gibt es Zigeuner) und anderen Vagabunden bewohnt. Jerusalem ist eine Garnisonstadt, und das Militär gerät dort, wie überall, leicht in böse Ungelegenheiten. Manch hässliche Szene spielte sich unter der Erde ab, während die amtliche Nachlässigkeit es achselzuckend geschehen liess. Aber selbst türkische Gleichgültigkeit wurde aus ihrem gewohnten Gleichmut aufgerüttelt, als unter dem Serail Dynamit entdeckt ward. Die Gefahr, mittels europäischer Methoden in die Luft gesprengt zu werden, wirkte kräftiger als die Vorwürfe der Europäer, und der Augiasstall wurde alsbald gereinigt und geleert. Er ist seitdem leer geblieben. Der Eingang ist jetzt versperrt und verschlossen, und die Schlüssel kommen nur gegen Backschisch zum Vorschein. Tiberias. (Aus E. N. Adler „Von Ghetto zu Ghetto".) Wir waren unserer Fünf, die dieses Labyrinth betraten. In feierlichem Schweigen folgten wir, ein jeder mit einer brennenden Kerze, unserem Führer, der uns einen schlüpfrigen, abschüssigen Gang hinunterführtc, weit weg bis gerade unterhalb des Tempelplatzes. Der Übergang von dem Lärme, dem blendenden Sonnenlicht und dem Staube draussen war sehr eindrucksvoll. Keine Katakomben können so sehr als eine Stadt der Toten erscheinen wie diese ungeheuren Steinbrüche, die ganz Jerusalem unterminieren. Man konnte die Spuren der Spitzhaken auf den Felsen ringsum noch bemerken und sich allmählich eine Vorstellung davon machen, welch ungeheure Menge von Arbeit auf die Aushöhlung des Berges Zion und der anderen heiligen Hügel verwendet worden sein musste. Hier endlich konnte man die alte jüdische Geschichte durchdenken und durchleben. In Jerusalem wird man zu sehr von der Aufdringlichkeit des Dragomans und 63

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