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Palästina · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Vom 9. Zionisten-Kongress
Date
1910-01-01
Page
Seite 53 (sequence 3)
Language
German
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Kongress ab. Die von ihm solange verflochtene Gründung einer Genossenschaftssiedlung in Palästina vermochte er endlich durchzusetzen. Abgesehen von einer Privatsammlung, die ca. 40,000 frcs. ergab, vermochte er vom Kongress die Zusicherung der Überlassung von Land seitens des Nationalfonds zu erhalten, so dass er wohl im Herbst dieses Jahres persönlich die Arbeiten für die Genossenschaftssiedelung in Erez Israel beginnen kann. Schwierigkeiten wird er genug zu überwinden haben. Hoffentlich helfen ihm auch unsere Leser bei der Suche nach tüchtigen jüdischen Landwirten. Auch die Landfrage und nicht zuletzt das Arbeitermaterial wird eine wesentliche Rolle für das gute Gelingen seiner Genossenschaftssiedelung, über die er noch vor einem Jahre in „Palästina" sich ausliess, spielen. Franz Oppenheimer hat mit seiner energischen Aktion eine grosse Tat vollbracht, er hat ein System gezeigt, auf dem die Besiedelung Palästinas in nationalökonomisch rationeller Weise erfolgen kann. Nicht dass die Arbeit der Chowewe Zion zu verwerfen wäre — wir können ihnen gar nicht genug danken, dass sie uns in den Besitz so vieler Kolonien, so grosser Erfahrung und so mächtiger Erfolge setzten — aber die heutige Zeit verlangt ein Programm einer grosszügigen Palästina - Arbeit, fordert ein System, das eine moderne vorbildliche Ansiedelung schafft. Die jüdische Siedelungspolitik soll doch politisch sein, d. h. hier rationell die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Fragen der Zeit, und speziell der kommenden Rechnung tragen, sie soll mit dem jüdischen Problem auch die allgemeinen wirtschaftlichen Probleme zu beleben suchen. Dann ist der Zionismus auch eine grosse Kulturtat. Und unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, war die Tat Oppenheimers der Clou des Kongresses. Auch das hygienische Institut scheint in kürzester Zeit sich treue Freunde geworben zu haben. Es soll bekanntlich in Jerusalem oder in Haifa gebaut werden und zur Sanierung Palästinas und hygienischen und medizinischen Forderungen des Tages dienen. Die auf dem Kongress anwesenden Ärzte hielten eine Sitzung ab, in der sie sich für die Notwendigkeit eines gewissen Konnexes der Mediziner untereinander spec. für die Vollbringung derartiger Arbeiten aussprachen. Wie Dr. Kohan-Bernstein ausführte sind die Verhältnisse der Pflege der Medizin und Hygiene in ganz Palästina traurig. Es existiert z. B. kein Röntgenapparat und der an der sogenannten medizinischen

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