Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Fortschritte in der Malariabekämpfung
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 4)
- Language
- German
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kleinsten Unachtsamkeit kann eine Infektion durch Moskitostiche stattfinden. Wir besitzen nur eine Methode, die zur Tilgung der Malaria führt, das ist die von Ronald Ross angegebene; sie schaltet durch Ausrottung der Moskito und ihrer Brut den Zwischenträger aus, und entzieht dadurch der Krankheit ihren Boden. Die Anophelen unterscheiden sich von den verwandten Kuliziden schon für das freie Auge dadurch, dass bei den ersteren die Taster und der Rüssel bei beiden Geschlechtern gleich lang sind, während sonst die Weibchen nur kurze Taster haben. Charakteristisch ist auch die Körperhaltung der Anophelen in der Ruhe, indem der Kopf mit dem übrigen Körper in fast einer Linie liegt, während die Kulexarten Kopf und Brust abwärts geneigt halten. Nur das Weibchen sticht und saugt zur Eireife Blut; die Männchen leben von vegetabilischer Nahrung. Die Moskitos des Binnenlandes unterscheiden sich von den Süsswassermosquitos darin, dass jene in der Erde überwintern, während diese vor dem Winter Eier legen, die dann beim Eintritt des heissen Wetters ausgebrütet werden. Die Moskitos des Binnenlandes fliegen nach dem Winter aus und legen dann ihre Eier in die Zisternen der Häuser und in Tümpel. Die Eier entwickeln eine grosse Zähigkeit gegenüber der Trockenheit oder Kälte. Damit ergibt sich die Art der Bekämpfung. Zuerst müssen die Brutstätten der betreffenden Gegend genau festgestellt werden, was eine gewisse Intelligenz und Arbeit erfordert. Denn jede Abart der Anopheles weist, wenn auch nur kleine Abweichungen auf. Gewisse Arten pflanzen sich auf Schilf und Wasserkräutern längs der Ufer in Wasserläufen und am Rande grosser Sümpfe fort, während andere Spezies ihre Eier in sehr seichte Pfützen legen. Die Larven hängen sich, nachdem sie Nahrung gesucht, mit ihrem Memiohr an den Wasserspiegel, zu dem sie, wenn sie durch irgend etwas erschreckt sind und in die Tiefe fahren, bald zurückkehren, denn sie brauchen zu ihrer Entwicklung natürlich den Sauerstoff der Luft. Wird ihnen dieser entzogen, so bedeutet das ihren Tod. Giesst man daher ein Quantum Petroleum auf das Wasser, so dass dieses sich in einer dünnen, regenbogenfarbig schillernden Schicht auf dem Wasser verbreitet, so gehen die Larven bald zu gründe; bei grösseren Flächen bedient man sich zur besseren Verteilung einer Giesskanne, bei Sümpfen fein verteilender Spritzen. (Schluss folgt.) <ägü§ 47