Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 9-10
- Article
- Österreichischer Konsularbericht über Nordpalästina
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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eine Wasserleitung gebaut. Der Materialbedarf dieses Baues trug einigermaßen zur Einfuhrsumme des Jahres 1911 bei, die, unter Ausschluß der Monopolartikei und der von Damaskus hereingeführten Landeserzeugnisse,. 982.C00 K betrug. SÜt Die Hedschasbahn und die syrischen Hafenprojekte. Die Hedschasbahn wurde jetzt ganz dem türkischen Kriegsministeriumunterstellt. Der Präsident der Generaldirektion der Eisenbahn, Djavid Bey, ist selbst ein hoher Militärbeamter, die beim Bau Beschäftigten sind zum. großen Teile aktive Soldaten. Auch für die Bewachung der Strecke sind zwei Bataillons verteilt. Die neue Zweigbahn Haifa—Akka wird noch Ende dieses Jahres vollendet werden; es sind nur noch zwei Brücken über den Kischonfluß zu bauen, was wegen der sumpfigen Ufer Schwierigkeiten bereitet. Auch die neue Strecke Haifa—Jerusalem ist in Angriff genommen, wird aber vorläufig nur bis Dschenin geführt werden. Man erwartet die Genehmigung der Regierung für den Bau der Linie Derat —Bosra im Hauran. Die Nivellierungsarbeiten sind schon durchgeführt. Die Direktion der Hedschasbahn hat auf dem See Genezareth eine tägliche Verbindung zwischen Samach, der Eisenbahnstation vom Südrande des Sees und Tiberias und Kephar-Naum eingerichtet. Es wird dies eine große Erleichterung für die Touristen und auch durch den infolge der jüdischen Kolonisation gesteigerten Verkehr notwendig gemacht. Palästina wird endlich auch einen künstlichen Hafen bekommen. Eine Gruppe französischer Finanziers ist mit dem Baue beauftragt worden. Man schwankt noch zwischen Haifa und Jaffa. Französische Ingenieure arbeiten in diesen beiden Städten, um herauszufinden, welche die geeignetere sei. Jaffa soll indes den Sieg davontragen, obwohl hier der Bau eines Hafens enorme Summen erfordert. Die Gründe liegen darin, daß Haifa die Ausgangsstation der Hedschasbahn ist, was anscheinend für Haifa spräche. Aber diese Linie ist ausschließlich zu nationalen, ja religiösen Zwecken erbaut, und da die Türkei nicht über die erforderlichen Millionen für den Hafenbau verfügt, will sie lieber Haifa ohne Hafen lassen, als die Konzession einer fremden Macht geben. Man wird vielmehr für den Augenblick in Haifa, das besser geschützt ist als Jaffa, provisorische Deichanlagen bauen, deren Bau viel weniger kostet. Jaffa ist ferner Ausgangsstation der Strecke Jaffa—Jerusalem, die bei Vollendung der Linie Haiia—Jerusalem und eines Hafens in Haifa jede Bedeutung verlieren würde. Es ist ferner in Alexandrette (Nordsyrien) ein künstlicher Hafen bereits im Bau begriffen. Alexandrette wird auch den Ausgangspunkt bilden für eine Eisenbahnlinie, die in Osmanich sich an die Bagdadbahn anschließt und im Jahre 1913 dem Verkehr übergeben werden soll. Durch die Bahnverbindung mit Aleppo und den an Baumwolle reichen südlichen Taurusgebieten soll Alexandrette ein wichtiger internationaler Verkehrspunkt werden. (Nach dem „Jeurie Turca>. X 227