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Palästina · 1912-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 212

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 9-10
Article
Von der zionistischen Jahreskonferenz
Date
1912-01-01
Page
Seite 212 (sequence 2)
Language
German
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Palestine-Land-Development-Company habe manche Fortschritte gemacht, und auch der Fonds derselben hat sich in diesem Jahre um 2500:Pfund Sterl. vergrößert. Die kleine Kolonie Dagania wurde vom Nationalfonds wieder in eigene Regie genommen und wird jetzt als Siedlungsgenossenschaft eingerichtet Für die Errichtung von Arbeiterhäusern wird seitens des Palästinaamtes vorgeschlagen, daß der NF. weiterhin jährlich eine Anzahl dieser Baulichkeiten errichte, sie aber nur solchen Arbeitern zur Verfügung stelle, die erstens eine Reihe von Jahren in Palästina gearbeitet haben und zweitens durch Ersparung einer kleinen Summe einen Beweis ihrer Wirtschaftlichkeit gegeben haben, (ferner sollen unter den Bewerbern diejenigen bevorzugt werden, die Ottomanen geworden sind und unter diesen solche, die ihrer Militärpflicht genügt haben). In weit größerem Umfange erfordert die Masseneinwanderung der jemenitischen Juden eine Hilfsaktion seitens der Organisation. In Bezug auf die Oelbaumspende soll vorläufig von der Anlegung neuer Wälder abgesehen werden, doch die Pflanzung nach anderen Methoden (z. B. in Verbindung mit Kolonien) — eventuell auch andere Baumkulturen — gepflegt werden. Das vor Jahresfrist ausgearbeitete Projekt einer Vülenkolonie am Tiberiassee steht insofern seiner Ausführung nahe, als sich für die hiefür vom NF. bestimmten Bodenparzellen bei Kerak eine Anzahl von Käufern schon gefunden haben. In Bezug auf den „Bezalel", dessen Produktion und Umsatz in Vergleich zum Betriebskapital unverhältnismäßig anwächst, wird eine intensive Kreditgewährung seitens der Anglo-Palestine-Company angeregt. Dr. Tschlenow schildert die Eindrücke, welche er nach einer Zwischenzeit von fünf Jahren wahrend einer längeren Reise in Palästina empfangen hat: Fortschritte sind zu verzeichnen in Bezug auf die geregelten Methoden der Landerwerbung, vor allem darin, daß das gekaufte Land, auch manchmal sogar unter mühseligen Umständen, okkupiert wird. Doch bilden „Mangel an Geld beim Kauf, der Mangel an Kredit beim Verkauf" (an einzelne sich Ansiedelnde) nebst den rechtlichen Schwierigkeiten noch immer Hindernisse. Die neuen Versuche mit den Genossenschaften sowie die Einwanderung der Jemeniten erblickt Dr. Tschlenow hauptsächlich in der Tendenz zur Gründung von Bauernkolonien. Als eine wahre Erlösungstat der Jugend bezeichnet er die Organisation der jüdischen kolonialen Wache. In der städtischen Ansiedlung mache sich ein ruhiges, aber sehr starkes Wachstum geltend. Für die Chalukahbevölkerung bedeute die Einrichtung von Hausindustrien durch den Bezalel und die Frauenorganisation, sowie die teilweise erst geplante Einführung von Perlmutterarbeit, Diamantenschleiferei, Gobelinsarbeit eine neue Ernährungsquelle. Es wird auch eine Institution von persönlichem, nicht ganz gesichertem Kredit als Bedürfnis empfunden. An der schönen Entwicklung der neuen jüdischen Stadtviertel sei doch auszusetzen, daß sie leicht zu einer zu starken Verdichtung der nationalen Atmosphäre und zu einer Absonderung von den umgebenden Verhältnissen führen könne. Das national-geistige Leben entwickelt sich in einem überaus raschen Tempo (Hierüber enthält noch Einzelheiten ein Referat Dr. Lewins). Die innerpolitische Situation 210

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