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Palästina · 1912-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 209

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 9-10
Article
Strömungen in Palästina
Date
1912-01-01
Page
Seite 209 (sequence 7)
Language
German
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palästinensische Judentum das beeinflussende wäre, daß aus ihm die Quellen flößen, so aber ist es nur ein aufnehmendes Gefäß für Ableger von Strömungen im Golus, für deren Aufnahme der Boden Palästinas gar nicht geeignet ist. Vielleicht, wenn Palästina nicht mehr materiell vom Golus abhängig sein wird, wird es auch in seinen Kräften unabhängig und dann imstande werden, sich zu konzentrieren und dem Golus ein geistiges Zentrum zu werden. Wer andrerseits meinte, daß zufolge dieser Zerstobenheit in Palästina keine Hoffnung auf ein geistiges Zentrum bestehe, würde dennoch irren. Im Gegenteil, gerade die Zerstobenheit wird schließlich zur Sammlung führen, denn das Ziel all dieser verschiedenen Gestaltungen ist es, sich zu einer Gestalt zu vereinen, in dem jede einzelne auf ihr Anhängsel aus dem Golus verzichtet oder dieses von ihr abfällt, und nur das natürliche Gewebe, das zu ihrem Bestände notwendig ist, übrig bleibt. Ja wer ein starkes Ahnungsvermögen hat, kann auch schon die Strahlen wahrnehmen, die sich zu bestimmten Linien zu verknüpfen beginnen, und die Linien — nach einem Mittelpunkte hin. Als ich in einer Kolonie war, kam ich mit einem jungen Manne ins Gespräch, und dieser sagte mir : Ihr aus dem Golus kommt nach Palästina nur, um unser Leben zu betrachten, wie jemand, der zu einem Schauspiel geht, und selbst habt ihr nicht die Kraft, das Golus abzuschütteln, ich aber bin nicht mehr ein Sohn des Golus, sondern ein freier Jude 1 Da wurde ich still und sagte mir: „Aus solchem Boden wird noch ein neues, freies und gesundes Judentum heraussprossen." Jüdischer Landbesitz in Palästina. Bei der Bearbeitung des in der jüdischen Welt Rußlands ziemlich verbreiteten „Jüdischen Kalenders „Kadima", welcher bereits das vierte Jahr regelmäßig erscheint, ist auch diesmal wie gewöhnlich besondere Sorgfalt einer erschöpfenden und möglichst präzisen Darstellung der Institutionen, die in und für Palästina arbeiten, gewidmet worden. In dem eben erschienenen Jahrgange finden wir eine Aufstellung der Gesamtfläche des jüdischen ausserstädtischen Landbesitzes, welche zu Beginn des Jahres 1912 auf Grund von offiziellen und authentischen Quellen in Jaffa, eigens für diesen Zweck vorgenommen worden ist. Es fanden sich : 1. Injudäa . . . 15 Kolonien u. Besitzungen mit 107.102 Dunam*) Gesamtfl. 2. „ Samaria . . 7 „ „ „ 89.822 3. „ Unter-Galiläa 13 „ „ 106.219 „ 4. „ Ober-Galiläa 5 „ 80.814 „ 5. Unbearbeit. Ländereien im Hauran u. Djolan „ 56.000 „ „ Zusammen in Dunam 439.957 oder in Hektar 40.344 *) Ein Dunam 917 Quadratmeter. 207

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