Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1912-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 197

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 7-8
Article
[Rezension]
Date
1912-01-01
Page
Seite 197 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2379786-2379848-2379855-2416055--04352-2416118
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

„Die Feinde und Krankheiten der Orange". Die Unkenntnis der Pflanzenkrankheiten und ihrer Bekämpfungsweise hat der Landwirtschaft Palästinas schon großen Schaden gebracht. Auf die Wichtigkeit des Pflanzenschutzes habe ich bereits in einem Artikel in dieser Zeitschrift hingewiesen.*) Die Folgen dieser Unkenntnis haben sich nun in unliebsamer Weise eingestellt. Die „Gummosis", eine durch Gummifluß an bestimmten Stellen charakterisierte Krankheit, ist es nun, die die Orangenbojaren heimgesucht hat. Diese Krankheit, die durch ein Bakterium verursacht werden soll und die in Italien große Verherungen in den Oran^enpflanzungen gebracht hat, befällt vornehmlich jene Bäume, die die süße Zitrone zur Unterlage haben, während die mit bitteren Orangen-Unterlagen dipser Krankheit gegenüber ziemlich widerstandsfähig sind. Da nun alle Kampfmittel keinen durchschlagenden Erfolg aufzuweisen haben und die meisten Pflanzungen auf süße Zitronen veredelt sind, empfiehlt Paskai, allmählich zu der Veredlung auf bitteren Orangen überzugehen. Um aber den Uebergang zu lindern, wäre es wünschenswert, an Stelle eines jeden abgestorbenen Baumes einen „Chaschchasch" (bittere Orange) anzubringen. Da nun Bäume, auf der letzterwähnten Unterlage veredelt, bedeutend später fruchtreif werden, so dürfte der Uebergang zu dieser Unterlage auch ökonomische Folgen mit sich bringen. Als Beilage zum dritten Hefte ist ein Artikel von Dr. Joffe über die Hygiene der landwirtschaftlichen Arbeiter beigefügt. Wie man sieht, ist der Inhalt der beiden besprochenen Hefte ein sehr reichhaltiger, abgesehen von den kleineren Notizen, die hie und da ganz Interessantes bieten, hier aber nicht besprochen werden können. Dr. Elieser Pickholz, Jaffa. ♦TnX?n „Heatid", hebräische Zeitschrift für Literatur und Wissenschaft des Judentums, Bd. IV. (Verlag „Sinai", Berlin.) Der vierte Band dieses ernsten Sammelwerkes enthält Antworten auf eine Rundfrage über die Zukunft des Judentums aus der Feder einiger hervorragender zeitgenössischer Vertreter des Judentums. Ein buntes Bild von Anschauungen entrollt sich vor uns: Theorie und Gläubigkeit, der Trieb, die Historie zu verstehen und den Pulsschlag des Augenblickes zu belauschen. Die Gewähr für die Zukunft des Judentums erblicken einige in der Vergangenheit, andere in der ewigen Idee, andere in den Sicherheiten des eigenen Wollens oder Fühlens. Wir begegnen allen Abstufungen von der flachen Assimilationstheorie Geigers bis zum „rein historischen" Gesichtspunkt Dubnows, von der Zufriedenheit mit unserer angeblich täglich sich vollziehenden Mission (Kaminka) bis zu dem Suchen der tieferen Werdensgesetze wie bei Buber, vom Glauben an die Existenz des Judentums in seinem religiösen oder gedanklichen Inhalt (Neumark, Stein) bis zu dem an das Judentum als bloße Nation mit bestimmter Veranlagung (Schiller, Frischmann) oder einer Art Synthese beider Anschauungen (Thon). Das Heft enthält ferner eine ausführliche Studie von Herschberg über „Schönheit und Schönheitsmittel der Frau im Talmud", „Zur Untersuchung der Ge- *) Siehe: Einige Vorschläge zur Förderung der Landwirtschaft in Palästina. Palästina 1912. 197

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.