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Palästina · 1912-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 188

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Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 7-8
Article
Achad Haam über Palästina
Date
1912-01-01
Page
Seite 188 (sequence 5)
Language
German
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ihre Zahl besonders groß? Bei aller Freude über die neuen Ansiedlungen dürfen wir nicht vergessen, daß quantitativ doch nur ein verhältnismäßig langsames Fortschreiten der Kolonisation möglich sein dürfte. Und wenn auch viele politische Zionisten hoffen, daß das Tempo ein immer rascheres werden wird, so ist das eben nur eine Hoffnung. Die Tatsachen und nur an diese hält sich der so genaue Wirklichkeitssucher Achad Haam, geben hm nicht Unrecht. Wenn er ferner glaubt, daß auf kulturellem Gebiete ein viel rascheres Fortschreiten möglich ist, als auf kolonisatorischem, so wird dies gleichfalls durch die Erfahrung bestätigt. Und wenn schließlich Achad Haam so vieles von den Ausstrahlungen der kulturellen Schöpfungen in Palästina auf die Judenheit der Diaspora erwartet, so hat die bisherige Entwicklung gezeigt, daß nicht nur bei indifferenten Juden, sondern selbst bei Zionisten diese Ausstrahlungen die besten Fluida für die Vertiefung der Palästinaliebe sind. Die hauptsächlichste Bedeutung des Berichtes Achad Haams liegt übrigens gar nicht in den darin enthaltenen Wertungen der palästinensischen Möglichkeiten, bei welchen sich der Autor wahrscheinlich allzusehr von seinem prinzipiellen Standpunkt beeinflussen läßt, sondern das Wichtigste und zugleich Erfreulichste an dem Berichte ist, daß ein so unerbittlich strenger Kritiker, der an Menschen und Dinge mit sehr hohen Forderungen herantritt, diesmal so viel des Guten und Zufriedenstellenden in Palästina konstatieren konnte, während er bekanntlich bei seinen früheren Reisen fast nur zu tadeln hatte. Wenn Achad Haam von großen Fortschritten spricht, die seither gemacht wurden, so können wir sicher sein, daß keinerlei Selbsttäuschung vorliegt. Insbesondere gilt dies von seiner Beurteilung der kulturellen Entwicklung, bezüglich welcher es heute kaum einen kompetenteren Beurteiler geben wird, als ihn Im Ganzen genommen ist daher der Bericht Achad Haams auch für jene Zionisten, die seine Grundanschauung nicht teilen, sondern nach wie vor der Ansicht sind, daß die Tragfähigkeit des ganzen Palästinawerkes von der Breite des Unterbaues bedingt ist, welchen die nationale Kolonisation darstellt, daß daher die gegenwärtig wichtigste und dringendste Aufgabe des politischen Zionismus in deren raschem Ausbau besteht, ein Dokument von nicht zu unterschätzender Bedeutung. A. Böhm. '■iät Aus Stadt und Land. Dschemama. Diese neueste Kolonie liegt zwei Stunden Wagenfahrt östlich von Gaza und ist somit die südlichste jüdische Ansiedlung in Palästina. Der Boden wurde reichen Beduinen abgekauft, welche noch weite Bodenflächen ringsumher besitzen. Der Kauf wurde erst diesen Winter abgeschlossen. Die Bodenfläche beträgt etwa 6200 Dunam, wovon gegen 5000 Dunam anbaufähig sind, denn ein Teil des Bodens ist hügelig. Die 188

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