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Palästina · 1912-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 169

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 7-8
Article
Die Lehre der Tatsachen
Date
1912-01-01
Page
Seite 169 (sequence 1)
Language
German
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:: PALÄSTINA :: MONATSSCHRIFT FÜR DIE ERSCHLIESSUNG PALÄSTINAS. IX. JAHRGANG 1912 HEFT 7/8 Die Lehre der Tatsachen. Von Achad Haam. *) . . . Das historische Ziel selber, das in Basel aus einem Gewölke von Reden hervorleuchtete, erschien mit größerer Klarheit in Palästina am Lichte der Tatsachen. Je mehr ich im Lande herumkam und, was da geschieht, betrachtete, desto klarer wurde es mir, daß diese Entwicklung, wenn auch noch voll von Gegensätzen und Widersprüchen, als Ganzes doch nach einem historischen Ziele strebt. Zwar ist der Weg dahin noch weit genug, aber auch dem einfachen Auge wird es schon am Rande des Horizontes sichtbar. Wem dieser Horizont enge und das Ziel gering dünkt, der gehe zu zionistischen Versammlungen im Ausland und dort zeige man ihm weitere Horizonte und größere Ziele — er gehe aber nicht nach Palästina. Dort hat man beinahe die „weiteren Horizonte" vergessen, denn die Wirklichkeit hat sie eingeschränkt und läßt nicht schauen, was von ihr entfernter liegt." (Dies wird auf die Anglo-Palästina-Bank angewendet, welche „entfernt von den großen Zielen" nur kleine Hilfe leistet, sodaß man jetzt erst von einer neuen, der Agrarbank, „das Große" erhofft.) „Aber vielleicht lohnt es, zuerst auf die kleinen Dinge zu blicken, welche die gegenwärtige Bank getan hat, um daraus zu lernen, was man in Bezug auf Fragen des Agrarkredites in Palästina überhaupt lernen kann. Man braucht nicht erst Beispiele zu bringen aus anderen Ländern mit anderen Bedingungen und anderen Menschen, um zu sagen: „Seht, was der ländliche Kredit leistet!" Er gehört zu jenen Dingen, von denen es heißt: sie sind Lebenssaft, wenn sie gelingen, Tod, wenn sie mißlingen. Alles liegt an den örtlichen Bedingungen und den Eigenschaften der Menschen. So soll der Kredit durch die neu eingerichteten Leihkassen in den Kolonien gar nicht vorteilhaft gewirkt haben. Es soll damit *) Dieser Aufsatz ist im Märzhefte des „Haschiloach" in hebräischer Sprache unter dem Titel „Szach-Hokol" erschienen und erscheint hier zum ersten Male in deutscher Uebersetzung. Die Einleitung, die über den Basler Zionistenkongreß 1911, dem der Verfasser selbst beiwohnte, handelt, ist weggelassen, einige Details über die Institutionen Palästinas sind gekürzt wiedergegeben. 169

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