Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Gründer
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 5)
- Language
- German
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rechtigkeit sterben, wie das Lämmchen Salims, als Andere unter mir zu zertreten." Und weiter entrangen sich manche Worte dem Munde Sechariah's und in seinen schwermütig blickenden Augen blitzte jenes wunderbare Feuer, das nur bei solchen zu sehen ist, die zur Hingabe des Lebens bereit sind. „Was beabsichtigst du nun, Sechariah, zu tun, um zu deinem Ziele zu gelangen? Und wieviel seid ihr in derjeschiwah die so denken wie du?" Sechariah hob den Kopf, blickte um sich, wie jemand der vom Schlaf erwacht, zog dann aus einer Tasche ein Heft und sagte: „Hier wird der Herr Antwort auf alle seine Fragen finden, mein Arbeitsplan ist darin gut auseinandergesetzt. Wir sind nur gegen zwanzig Mann, ein Teil von uns wird in der Umgebung von Chcderah Schafzucht treiben, wie Ihnen mein Freund Feitel erzählt hat, nur zwei oder drei von uns werden sich dazu vorbereiten, um würdig zu sein, jenes Wort zu finden. Möge der Herr gut Einblick nehmen in das Heft, so wird er finden, daß zwei Hauptgrundsätze richtig sind : wir müssen zum natürlichen Leben zurückkehren, wie in den Tagen Samuels und Davids, denn wir müssen wissen, daß das Verlangen nach dem städtischen Leben ebenso schädlich ist wie dieses Leben selbst und daß der Luxus der Vater aller Gewalt ist. Und der zweite Grundsatz, daß wir in unserer Mitte aufrichten müssen Prophetenjünger, die ihr Leben, wie jene, der Gemeinschaft weihen, nur daß die Prophetenjünger von jetzt gewappnet sein müssen mit jenen Kenntnissen, die unserer Zeit notwendig sind. Und darum lerne ich und zwei meiner Genossen Wissenschaften und europäische Sprachen und jeder unserer Genossen, der in die Vereinigung der Prophetenjünger eintritt — die Hirten brauchen es nicht — ist verpflichtet zwei Sprachen zu erlernen außer der unseren und der arabischen Sprache." „Wenn wir uns mit den notwendigsten Kenntnissen ausrüsten werden, werden wir uns neben unseren Brüdern von den „Vereinigungen der Hirten" niederlassen, werden in den Bergen und Tälern umherwandern und die Einsamkeit pflegen in den Gefilden des Jordan, auf dem Sinai, dem Choreb, in der Wüste Paran; werden auch in Verbindung treten mit den Angehörigen verschiedener Völker, die hieher kommen um ihren Gott zu suchen, bis wir zuletzt das Wort, den Satz oder das Lied finden werden, das uns zu unserem Ziele bringen soll, und dann . . ." „Ein freies Volk zu sein in unserem Lande," „Im Lande Zions und Jerusalems", unterbrach uns das Singen der Schüler auf ihrem Ausflug. „Das ist der rechte Weg, der zu deinem Ziele führt", sagte ich ihm, indem ich ihm die Hand drückte und ihm versprach das Heft mit Aufmerksamkeit zu lesen. Kurze Nachrichtenschaiu — In der Nähe Jerusalems (beim Dorfe Dilb) ist Boden angekauft worden für die Gründung einer Kolonie für junge Leute der verschiedenen „Kolelim" Jerusalems, die sich schon seit einigen Jahren zu einer Vereinigung „Kehijlat Jakob" zu diesem Zwecke zusammengeschlossen haben. 166