Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 3-4
- Article
- Der Jüdische Nationalfonds und seine Tochtergesellschaften in Palästina
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 3)
- Language
- German
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Der Verein Oelbaumspende und die PLDC. erfüllen dabei noch den anderen Zweck, daß sie ungelernten jüdischen Arbeitern Arbeitsgelegenheit geben und sie in den landwirtschaftlichen Beruf einführen. Dem Jüdischen Nationalfonds fällt die Aufgabe zu, mit seinem Kapitale den drei Tochtergesellschaften insoweit zu Hilfe zu kommen, als seine Beteiligung als eine sichere Kapitalsanlage angesehen werden kann. So kann er zum Beispiel bei allen Geschäften, wie er dies bisher bereits in einzelnen Fällen getan hat, außer dem Gelde für Bodenkauf, auch Geld für Gebäude, für sonstige feste Anlagen und für Amelioration hergeben. Er kann ferner die Wirtschaften der Tochtergesellschaften gänzlich übernehmen, sobald sie aus dem vorbereitenden Stadium zu einer ruhigen und stetigen Entwicklung gekommen sind. So wird er zum Beispiel gut tun, vom Verein Oelbaumspende die Pflanzungen ganz zu übernehmen und zu ihrem Werte zu bezahlen, sobald die Pflanzungen Frucht tragen. Dadurch gibt er dem Verein Oelbaumspende die Möglichkeit, mit dem Gelde aus den übernommenen Pflanzungen an anderen Stellen neue Pflanzungen anzulegen. Das Prinzip muß also, kurz gesagt, dies sein: Der Jüdische Nationalfonds deckt den Bodenpreis, die Gebäude, alle anderen festen Anlagen und Ameliorationen (selbstverständlich nur, insoweit sie einer Werterhöhung des Bodens dienen) und übernimmt die von den Tochtergesellschaften eingerichteten Wirtschaften dann in eigene Verwaltung, wenn die Wirtschaften vollständig eingerichtet sind und ihre Uebernahme kein größeres Risiko mehr in sich schließt. Auf diese Weise wird erreicht, daß die Tochtergesellschaften ihr verhältnismäßig kleines Kapital ausschließlich als rollendes Betriebskapital verwenden und damit den höchsten Nutzeffekt erzielen können. s& Einiges aus der Statistik unseres Nationalfonds. Von Dr. Egon Zweig, Wien. Die Innigkeit, mit der viele tausend Juden aller Länder und Zungen vom jüdischen Nationalfonds als dem „unseren" sprechen, ist die beste Gewähr, daß er, treu den Intentionen seiner Stifter vom V. Zionistenkongreß, seine Mission schließlich erfüllen wird. Doch auf das Tempo dieser Erfüllung kommt viel und sehr viel an. Es gilt, auch den letzten Juden auf dem Erdenrund zu gewinnen, auf daß er seine Anstrengungen zur Häufung des Volksschatzes mit jenen aller Volksgenossen brüderlich vereine. Darum darf die Propaganda für den JNF. nicht ruhen noch rasten, ein jedes Werbemittel muß erprobt und ausgenützt werden. Eine förmliche Wissenschaft der Propaganda ist so im Werden und ihre Pflege und Verwertung^ vor allem dem NF.-Hauptbureau in Köln, seinen Landessammelstellen und den Distrikts- und Lokalkommissionen bis in die kleinste Judensiedlung hinab anvertraut. Ein treffliches Werbemittel, das bisher noch nicht erschöpfend ausgenützt scheint, ist neben der anschaulichen Darstellung der kraftvollen Betätigung des ]NF. in Palästina auch die Darstellung seiner ziffernmäßigen Entwicklung während der nunmehr erfüllten zehn Jahre seines Bestandes. '93