Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 3-4
- Article
- Palästina-Honig-Produktiv- und Konsumgenossenschaft
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 4)
- Language
- German
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Es darf wohl angenommen werden, daß aus rein ökonomischen Gründen auch Nichtzionisten als Mitglieder der Konsum- Genossenschaft beitreten werden. Die Unkosten für den Imkerei-Kursus sowie für die eventuellen erforderlichen Vorversuche dürften im allgemeinen nicht groß sein, da sie an bereits bestehende Institutionen in Palästina angegliedert werden könnten, z.B. an die Siedlungs-Genossenschaft Oppenheimers oder an die Lehrfarm der PLDC. in Kinereth. Vielleicht übernimmt auch eine der in Palästina arbeitenden Organisationen die Unkosten des Kurses und der Vorversuche, so daß die Genossenschaft keinerlei unproduktive Ausgaben zu machen haben wird. Ein Statut einer solchen Genossenschaft ist vom Gesinnungsgenossen Herrn Rechtsanwalt Gotthelf Cohn-Hamburg ausgearbeitet und von dem auf dem Gebiete des Genossenschaftswesens erfahrenen Nationalökonomen Herrn R. E. May- Hamburg ergänzt. Von unserer Tatkraft hängt es ab, eine neue Arbeitsmöglichkeit in Palästina zu schaffen, die im Laufe der Zeit Hunderten und vielleicht auch Tausenden lohnende Arbeit und die Möglichkeit einer selbständigen Existenz verschaffen kann. Das Gedeihen unzähliger Konsumvereine und Genossenschatten beweist uns dieses zur Genüge. V Die wirtschaftliche Haltung des Milchviehs unter besonderer Berücksichtigung der Konstitutionsstärkung. (Aus einem Vortrage,gehalten in der deutschen Kolonie Sarona, auszugsweise). Von Hubert Auhagen. Neben dem Weinbau und Orangenbau ist die Milchwirtschaft für Sie von immer größerer Bedeutung geworden. Mit der Milchwirtschaft wurden in Saror.a bis jetzt schon recht günstige Resultate erzielt. Auf dem Gebiet der Fütterung haben Sie ein europäisches System angewandt, das es ermöglicht, daß die Kühe auch in anderen Jahreszeiten Kälber bekommen als im Frühjahr, wodurch Sie in der Lage sind, den Markt ständig mit Milch zu versehen, zu nicht geringer Verwunderung der Araber der Umgegend. Sie haben die Fütterungsfrage dadurch so glücklich gelöst, daß Sie die Grünfütterung durch Anbau von Wicke und Hafer, Mais, Klee, Kürbissen etc. eingeführt und ihre ganze Fruchtfolge auf die Milchwirtschaft zugeschnitten haben. Ich rechne Ihnen dies als Verdienst an : Sie haben gezeigt, daß man auch in Palästina genügend Grünfutter erzeugen kann, um das Rindvieh das ganze Jahr hindurch gleichmäßig leistungsfähig zu erhalten, was bei der arabischen Wirtschaftsweise nicht der Fall ist. 83