Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 3-4
- Article
- Palästina-Honig-Produktiv- und Konsumgenossenschaft
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 2)
- Language
- German
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palästinensischen Sachverständigen ist man imstande, neben einer sonstigen Arbeit, 50 Bienenstöcke mit Leichtigkeit zu pflegen; gerade die Bienenzucht erfordert intelligente Arbeiter, die mit Liebe sich der Pflege der Tiere widmen und dürfte dem russisch-jüdischen Arbeiter in Palästina besonders am Herzen liegen. Die Aufstellung eines Bienenstockes kostet nach autoritativer Angabe aus Palästina 25 Mk. Ein Bienenstock liefert in Palästina nach derselben Quelle durchschnittlich 20 kg Honig pro Jahr. Um aber von vornherein den Absatz des Honigs zu guten Preisen zu sichern, ist die Errichtung einer Palästina-Honig- Produktiv- und Konsum-Genossenschaft gedacht. Die Genossen zeichnen einen Betrag, welcher zur Aufstellung eines oder mehrerer Bienenstöcke erforderlich ist. Die Bienenstöcke werden den Arbeitern, die sich hierfür eignen, in Pflege gegeben, gegen einen Teil, angenommen die Hälfte des Ertrages. Die Genossen haben nur die eine weitere Verpflichtung, alljährlich Honig für einen bestimmten Betrag zu beziehen. Nachstehende kleine Rechnung soll die Rentabilität der Honigproduktion für die Genossen erläutern. Der Ertrag eines Bienenstockes von 20 kg repräsentiert für den Privatmann einen Wert von 40 Mk. Der Bienenstock zum Anschaffungswert von 25 Mk. liefert also durchschnittlich für 40 Mk. Ware jährlich, also brutto 160%. Wenn der Arbeiter die halbe Ernte für seine Arbeit erhalten soll und noch reichliche sonstige Unkosten entstehen sollen, so bleibt immer noch eine sehr gute Verzinsung der Anlage. Auch wenn der Ertrag aus einem Bienenstocke in Palästina nur ebenso groß angenommen werden soll, wie in Deutschland (wie weiter unten angeführt), so ist die Rechnung auch noch sehr günstig. Der Arbeiter kann mit seinem Anteil aus dem Ertrag von 40 Bienenstöcken auch im ungünstigsten Falle einen bedeutenden Teil seines Lebensunterhaltes bestreiten. Natürlich wird es erforderlich sein, zunächst die Leute auszubilden und dazu eine Art Imkerei-Kursus zu errichten, sowie später einen Wanderlehrer anzustellen. Der Leiter des Imkerei-Kurses müßte das erste Jahr auch die aufgestellten Bienenstöcke häufiger inspizieren und die Leute noch weiter in der Pflege der Tiere unterweisen. Zweckmäßigerweise wäre den Arbeitern, welche zur Sicherstellimg der ihnen anvertrauten Bienenstöcke sich zu einer Genossenschaft mit Gesamthaftung zusammenschließen müßten, zunächst nur eine kleine Anzahl Bienenstöcke zu übergeben; aber es wird sich empfehlen, den Versuch zugleich an mehreren Punkten zu machen, vorausgesetzt, daß genügend Arbeitskräfte vorhanden sein werden, da die Verhältnisse an den verschie- 81