Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Aus Zeitschriften.
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 2)
- Language
- German
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12 bis 15 Prozent. Besondere Vorteile für den Orangenexport bilden die frühe Reife einerseits, die lange Dauer (etwa ein halbes Jahr) der Fruchttragung andrerseits. Die Obstkultur ist zwar sehr wenig vorgeschritten, doch konnte in diesem Jahre einheimisches Obst (Aepfel, Birnen) auf den Markt kommen. Die Mandeln nehmen in bezug auf Bebauungsfläche den ersten Platz ein. Bepflanzt sind mit Mandeln ungefähr 16.000, mit Weinstöcken 12.0C0, mit Orangen 9000 Dunam. (Das umgekehrte Größenverhältnis gilt für die Erträgnisse.) Die Einkünfte der Mandelpflanzungen wachsen allmählich und sind nicht so sehr von momentanen Marktverhältnissen abhängig. Das Klima des Landes ist besonders für diese Pflanzungen sehr günstig. Der Oelbaum, seit Urzeit im Lande heimisch, spielt in der neuen Kolonisation eine geringe Rolle, was zum Teile darauf beruht, daß seine volle Fruchttragung erst in das fünfzehnte Jahr fällt. Erst in den letzten Jahren, wo die Kolonisation eine stetigere zu werden beginnt, und teilweise dank den Pflanzungen im Herzlwalde beginnt man Oliven auch anderwärts zu pflanzen, so daß deren Bodenfläche etwa 2000 Dunam beträgt. Andere Pflanzungsversuche, die öfters begonnen wurden, sind wieder zurückgegangen (Maulbeeren, Tabak, Geranium), der Anbau von Rizinusöl ist im Steigen begriffen. Die Getreidekultur kann nicht recht aufkommen, einerseits wegen des Mangels der notwendigen Nebenbetriebe als Viehzucht, Geflügelzucht, Gemüsebau, andrerseits wegen des „Oscher", von dem gerade die Getreidekultur hart betroffen wird. (Derselbe beträgt 11 bis 20 Prozent.) An manchen Orten Galiläas, wo Getreide mit Vorliebe gebaut wird, kann aus Mangel an Kapital weder Viehzucht noch Gemüsebau in größerem Maßstabe betrieben werden. Der Ertrag pro Dunam beträgt in Judäa durchschnittlich 3, in Galiläa 5 Frs., nur in Chederah etwa 10 Frs. In Chederah und in Sichron Jakob, wo gemischte Kultur gepflegt wird macht auch der Getreidebau einen erfreulichen Eindruck. Vor allem mangle dem jüdischen Einwanderer das Verständnis der häuslichen Bauernwirtschaft. In der gemischten Wirtschaft ei blickt der Vei fasser den Weg der Zukunft. Zusammenfassend behauptet er: „Die Kolonien sind aus dem gefährlichen Stadium der Entwicklung herausgewachsen, für keine einzige (außer Machanajim und Ain Seitun, die schon lange halb zerstört sind) besteht die Gefahr des Unterganges und die Zukunftsentwicklung der meisten ist gesichert. . . In einigen Kolonien sind noch Anzeichen von Fäulnis, doch sind diese mehr der Vergangenheit als der Gegenwart zuzuschreiben." Der Verfasser gibt sodann Vorschläge zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, allerdings nur in allgemeinen Zügen: 1. Eine Regelung der Beziehungen zur Regierung. 2. Eine Regelung des Kreditwesen, namentlich durch Gründung einer Agrarbank (die an Stelle des bisherigen privaten Kredites tritt). 3. Eine Regelung der Beziehungen zur 1CA durch bestimmte Verträge. 4. Die Organisierung landwirtschaftlicher Aufklärung. 45